Wer sich aus welchem Grund auch immer in der Digitalität unseres heutigen Lebens tummelt, dem wird schnell eines klar. Es gibt wenige, die originären Inhalt bieten, aber viele, die originäre Inhalte anderer nutzen, sich selbst groß zu machen. Das Königsmedium derartigen Handelns ist Twitter. Bei knapp 100 Followern, die wir nun selbst bei Twitter haben, gibt es drei Verfolgerversionen. Zitatschleudern, Weisheitengebläse und Verbreiter von Heißluft. Zitatschleudern wollen, was zumeist ein erster Klick aufdeckt, meist das Leben oder die Arbeit coachen. Gerne entdeckt man auch menschen, die wahre Genies zu sein scheinen, weil sie für alle gerade aktuellen Themen ausgewiesene Spezialisten sind. Das Spezialistentum scheint mit der Dynamik sich variierender Topthemen eng verbunden zu sein. Weisheitengebläse sind gerne esotherisch engagiert, haben aber eine Schnittmenge mit den Zitatschleudern. Heiße Luft führt meist auch nur zu heißer Luft in Form von unendlich vielen “jetzt kostenloses E-Book anfordern”. Man verläuft sich dort schnell in einem Affiliate-Dschungel, aus dem es keinen Ausweg zu geben scheint. Ausser in endlosem Reichtum. Es gibt sie aber, die Perlen, die man sich mühsam auf die Timeline reihen muss, um am Ende eines jeden Tages doch noch sagen zu können, dass sich der Blick und der Klick in diese Welt gelohnt hat. Wenn es 10% sind, war es aber ein sehr guter Tag. Der Durchschnitt liegt bei gefühlten 3 bis 5 Prozent.
Zitatschleudern, Weisheitengebläse und andere heiße Luft
Jörg Kremer am 15. März 2010
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Am Messen sollt ihr sie messen: Das Media-Manifest der Webguerillas setzt klare Zeichen
Jörg Kremer am 24. Februar 2010
In der neuen W&V wird das Media-Manifest der Webguerillas abgedruckt. Es ist ein Ausdruck der medialen und gesellschaftlichen Veränderungen. Wenn wir jetzt schon beginnen anders zu messen, wird es für viele höchste Zeit anders zu kommunizieren.
Das Media-Manifest der Webguerillas
- “Communities statt klassischer Content-Websites” Socials Communities laufen den klassischen Sites und Portalen den Rang ab.
- “Werbesog statt Werbedruck” Es geht darum, Konsumenten zu aktivieren, ein hoher Werbedruck muss nicht sein.
- “Fan-Gemeinde statt Zielgruppe” Die klassische Zielgruppe gibt es nicht mehr. Man muss Marken-Fans identifizieren.
- “Aktivitätsverlust statt Streuverlust” Der Begriff Streuverlust ist überholt. Im Web-Zeitalter wird jeder einzeln erreicht.
- “Tausend-Gesprächs-Preis statt Tausend-Kontakt-Preis” Der TKP hat ausgedient, benötigt wird ein Parameter für den Dialog.
- “Gross-Involvement-Volumen statt Gross Rating Point” Die Branche braucht Aussagen über die tatsächliche Werbewirkung.
- “Always on statt Einschaltquote” Die Einschaltquote verliert an Relevanz, junge Zielgruppen sind always on - im Web!
- “Involvieren statt rezipieren” Werber und Medialeute müssen umdenken: Der Couch-Potato spielt keine Rolle mehr.
- “Marken-Content versus Medien-Content” Die klassische Medienlandschaft löst sich auf. Brands und Blogger sind neue Player.
- “Echtzeit-Monitoring statt Reichweiten-Umfragen” Derzeitige Erhebungen stellen die Mediennutzung nur unzureichend dar.
- “Globales Dorf statt Nielsen-Gebiete” Die Einteilung Deutschlands nach Nielsen entspricht dem Postkutschen-Zeitalter.
- “Markenbotschafter statt Werbeträger” Medien und Nutzer haben sich verändert, die Mechanismen der Werbebranche nicht.
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Die komplette Trilogie “Kommunikationsphantasie in drei Sätzen”
Jörg Kremer am 19. Februar 2010
Weil uns mehrfach der Wunsch erreichte, die Trilogie zusammenzufassen, hier die 3500 Wörter in einem Artikel.
Teil 1
Warum sollte man in drei Sätzen über Kommunikation phantasieren? Weil großes Theater und große Musik gerne in drei Sätzen gemacht wird. Weil mein Vater immer gesagt hat, der Dreisatz wäre wichtig für mein Leben. Und weil Vögele sagt, man müsse immer drei Gründe liefern. Und weil es eine Trilogie ist.
Ja, am Ende werden wir auch versuchen einen kommunikativen Dreisatz zu formulieren. Einen Satz zur exzessiven Kommunikationsphantasie, deren Einsatz in der Realität und und die möglichen unternehmerischen Folgen. Der zweite Satz formuliert eine eher pragmatische Kommunikationphantasie, natürlich auch deren Einsatz und Wirkung. Der dritte Satz formuliert die kommunikative Gegenphantasie, den ideologischen Gegentrend, den jede Phantasie per Natur provoziert.
Vorhang auf, Taschenrechner an, Vögele aus dem Käfig, los geht es…
Gebt den tobenden Affen in ihren neuen Lebensgehegen intelligenten Zucker
Im Angesicht des Szenarios einer drohenden Reduzierung der Individualmobilität, durch irgendwann fehlende Ressourcen, wird der Mensch nervös. Vor dem Ende der lieb gewordenen Benzinmobilität fliehen wir in eine hyperventilierte Digitalmobilität. Eine Urlaubsreise nach Florenz via amerikanischem google Earth Server, den David als Desktopbild in Indien programmiert, dazu eine total ursprüngliche Pesto mit Frischnudeln vom deutschen Digitalhändler genusshandwerker.de, Musik aus einem iIrgentwas aus China, während eine Reinigungskraft mit italienischem Migrantionstouch in der dritten Generation in einer Authentizitätsgruppe in facebook für beinahe körperliche Nähe sorgt. Das alles mit Freunden getauscht, die in der Gruppe mediterrane Kultur, dort in der Untergruppe Italien ist überall, hier in der Gruppe Shoppen in Florenz, dann in der Gruppe David als Männlichkeitssymbol, hier in der Gruppe Homosexuelle, dort in der Untergruppe Konfessionslose und deren Untergruppe…
Nach den Jahren, in denen Produkte die Götter der Menschen waren und sie sich jedem Gott hemmungslos und mehrfach hingaben – alles dafür hingegeben haben, und nach den Jahren der digitalen Aufbauarbeit, in der Mensch alles digitalisiert hat, was sich lies, in denen er das Wissen in der Basis verfügbar machen konnte, sehnt er sich jetzt danach, das Wissen zu nutzen, sich dem Gott Produkt immer intelligenter zu nähern. Nur noch ausgewählten Dingen Diener zu sein. Er möchte seine Liebe nur noch mit denen teilen, die ihn auch lieben. Der Mensch möchte bei allem ganz besonders auch sich selbst lieben.
Benzinmobilität wird, weil kostspieliger und bedroht, bewusster und Produktaffinität wird, weil man geliebt werden möchte, selektiver. Es gilt, dies, jedes einzeln und beides zusammen, zu optimieren. In der Vorbereitung, während der Tat, im Ergebnis und in der Dokumentation.
Die Folge ist, der Mensch benötigt, weil vielfache Vorbereitung, ständige Tat, alle Ergebnisse und andauernde Dokumentation gleichzeitig stattfinden, Systeme, die es ihm ermöglichen, in dieser Enge aus bereitstehendem Wissen und dem Gedränge aus entstehendem Wissen, anspruchsvollste Ableitungen zu ziehen, die ihm diese Lebensform dennoch leicht erscheinen lassen und einen hohen Unterhaltungswert erzeugen. Unterhaltungswert für den Geist und den Körper. Kreativität als Halluzinogen, als Droge, als Quelle und Ziel, als einzige Überlebenschance!
Die Jungen wollen das alles so und nicht anders, weil sie Hunger haben, nichts verpassen wollen. Die Alten ersehnen sich all das, weil die verbleibende Zeit nach Optimierung schreit und sie nichts mehr verpassen dürfen. Das Mittelfeld macht alles mit. Mal etwas früher, mal etwas später, aber immer zuverlässig. Denn diese wollen entweder noch jung sein oder sind vor dem Alter scheu und reagieren in beiden Fällen über. Zuverlässig.
In einem solchen, hier natürlich sehr verdichtet wiedergegebenen Szenario, wirkt Kommunikation, die so tut, als wäre alles beim Alten, wie ein Schlag in das Gesicht derer, denen man mit werbender Kommunikation eigentlich ein wohlwollendes Lächeln entringen möchte. Der Mensch sieht sich nicht mehr als ruhig verharrendes, blasses Tonröhrchen, auf das man gröhlend mit möglichst viel Blei so lange schießt, bis es zerbricht und sich dem Schießenden als Plastikrose, nie wirklich und echt, hingibt.
Nein, heute ist der Mensch richtig Rose. Duftet, will so wahrgenommen werden, schön, einzigartig, pflege- und hegebedürftig, am Strauch, irgendwo in einer ausgesuchten Ecke gedeihend, Sonne verlangend, nicht irgendwie, sondern in genau dem richtigen Maß, abgebildet, inszeniert, schwer zu pflücken, lockend und abstoßend zugleich. Wer zugrabscht, holt sich blutige Hände und kann dem Verfall zusehen. Wer sensibel an den richtigen Stellen mit zwei Fingern den Stiel in seine Richtung beugt, bekommt alles. Die ganze Hingabe für eine deutlich längere Zeit und immer wieder.
Wer seine Kunden heute als ein gepflegtes Rosenbeet betrachtet, das aus vielen unterschiedlichen Sträuchern mit jeweils zahlreichen Blüten besteht, die auf den ersten Blick wie ein Meer aus Blüten wirken und dann doch jede einzigartig ist, ist schon ganz weit vorne. Aber da ist noch eine Überraschung. Das Beet ist auch nicht ein Beet. Es sind viele kleine Beete, die auf Rollen, immer wieder neu kombiniert und den richtigen Temperatur- und Sonnenverhältnissen ausgesetzt werden. Sie dachten schon, es würde gemütlich bei all den Garten- und Gärtnermetaphern. Weit gefehlt.
Hat man sich gerade hingestellt, dem Kunden die Marke stolz präsentiert, ist der schon wieder weg. Ist die Sprache des Kunden soeben gefunden und angewendet worden, spricht der schon die Sprache eines anderen. Hat man den Empfang des Unternehmensgebäudes gerade in den Lieblingsfarben seiner Kunden gestrichen, stehen die auf Schwarzweiß. Wähnt man sich direkt vor der Rose, will die Nüstern aufsaugend füllen, scheint eine andere Sonne und die Rose wendet sich ab.
Wer diesem Szenario als Marke nicht Rechnung trägt, der hetzt sich tot. Vor der Masse stehend rennt man doch ständig jedem einzelnen hinterher. Das kostet Zeit und Geld und in dieser sich weiter dramatisierenden gesamtgesellschaftlichen Entwicklung, kann es den Erfolg und sogar die Existenz kosten.
Das Szenario. Als Marke muss man die Aufgabe übernehmen, mit Kommunikation die Welt zu verschönern. Die Marke hat die Aufgabe, die Ästhetisierung des Lebens zu übernehmen. Marken kommunizieren, indem sie Schwimmbäder möglich machen, Natur erhalten, Wanderwege erschließen und pflegen, Tieren und Pflanzen Platz geben, Bildung ästhetisieren, Freizeit finanzieren, indem sie Orte für Selbstfindung und Selbsterfahrung möglich machen, indem Kunst und Kultur ermöglicht, erhalten und sichtbar werden, zugänglich bleiben. Marken machen Musik möglich, schaffen Raum für Selbstdarstellung und den Aufbau von Wunschbildern. Das alles nicht digital, sondern höchst real. Marken werden für den “bohemian level” der Gesellschaft verantwortlich sein. Deshalb muss Markenkommunikation, ist sie nicht mobil, ästhetisierend dekorativ im besten Sinne des Wortes sein.
In den so geschaffenen Freiräumen, die Politik und Gesellschaft kaum noch garantieren können, weiß die Marke dann, wo der Mensch sich aufhält und kommuniziert exakt zum richtigen Zeitpunkt das richtige Thema und gibt zahlreiche Möglichkeiten, der Faszination dann konsumierenden Ausdruck verleihen zu können.
Die Anforderung an Marken ist, jetzt und für die Zukunft, den kreativen “bohemian level”, im selbstbestimmten Sein und Erleben der Kunden, möglichst hoch zu halten, um in den von den Marken eingerichteten Umfeldern das Wohlbefinden und die gefühlte Kreativität der Selbstbestimmung in Konsum wandeln zu können.
Was umgibt den Menschen, um ihn damit und darüber so erreichen zu können? Sein Mobilitätskonzept - Auto, Nahverkehrsmittel, Zweirad, Dreirad, Fahrrad, Schuhe etc., sein Wohnkonzept – Räume, Möbel, Wohntechnik, Accessoires, und natürlich sein Digitalkonzept – Mobiltelefon, Smartphone, Laptop, iPad, iIrgendwas. Hier lauert die intelligente Verarbeitung aller Informationen als “Eye- and Braincandy” verpackt. Süß, verheißungsvoll, suggerierend, dass man den Moment des Glücks, der Erkenntnis und der Selbstverwirklichung wie in einer Devotionalie materialisieren kann.
Richten Sie die Lebens- und Wunschräume der Kunden ein, geben Sie Ihnen das Gefühl größter Freiheit und Selbstverwirklichung und scannen Sie jede ethisch vertretbar erhältliche Regung, dann müssen Sie Ihre Produkte und Leistungen nur noch so flexibel gestalten, dass diese der geografischen und spirituellen Mobilität im Moment des Zusammentreffens größte Übereinstimmung versprechen. Und schon sind Sie erfolgreich.
Mobilität in jeder denkbaren Dimension als Ursache und Wirkung, als Empfänger und Sender und natürlich als Information an und für sich machen den Erfolg aus. Ab jetzt!
Der erste Satz der Kommunikationsphantasie ist:
Gebt den tobenden Affen in ihren neuen Lebensgehegen intelligenten Zucker!
…
Teil 2
Mit dem Satz „Gebt den tobenden Affen in ihren neuen Lebensgehegen intelligenten Zucker“ begann und endete Teil eins der Trilogie. So extrem, wie Teil eins sich sprachlich und inhaltlich gebärdete, so gegensätzlich soll Teil zwei werden. Er widmet sich dem gedanklichen Umfeld des Satzes „Für unsere Kunden ist das nichts!“ Wo Teil zwei enden soll? Wissen wir noch nicht. Auch dieser Teil ist ergebnisoffen und entwickelt seine Position erst während des Aktes des Schreibens.
Die Welt ist eine digitale Kugel, von der man sich nur mit scharfen Klingen eine analoge Scheibe abschneiden kann!
Jetzt haben Sie sich schon entschlossen im Internet zu sein, haben dort brav eine Repräsentanz oder einen echt virtuellen Laden eröffnet, werden sogar von Mutter Google gefunden, wähnten sich damit an der absoluten Spitze des Notwendigen, haben dies stolz in allen klassischen Medien Kund getan, da kommen die Kunden und sagen, dass das zwar nett sei, aber viel zu wenig. Jetzt sollen Sie an ganz vielen Stellen gleichzeitig sein und jedem einzelnen Kunden ein soziales Ohr leihen. Ihre Kunden erwähnen noch, dass sie nicht alleine sind und hinter jedem, der sich regt, hunderte oder tausende warten, die auch etwas zu sagen haben und wieder andere kennen.
Sie haben jahrelang an einer Marke gebaut, diese gehegt, gepflegt und verteidigt, wurden genötigt, sich um jedes kleinste Kommunikationsdetail liebevoll zu kümmern, emotional zu sein, haben unter Schmerzen gelernt, dass fehlende Kommunikation auch sehr laut kommuniziert, Sie haben das Letzte gegeben, um der Erste zu sein, haben das Mysterium Marke wie einen Gral geschützt und schützen lassen, da kommen die Kunden, Kundschaft einer fordernden Gwerkschaft gleich und sagen, dass das zwar ganz gut war, sie jetzt aber aktiv an der Marke mitarbeiten möchten. Auch hier fällt der Hinweis, man sei nicht alleine, hinter jedem Einzelnen warte noch eine Community, ein Netzwerk, eine Cloud, Fans, Gruppen, Follower oder Freunde. Nicht drohend – aber bedrohlich.
Sie haben langjährige, erfahrene Produkte im Markt, Sie haben junge, unerfahrene Produkte im Markt, in allen steckt Ihr mühsam zusammengeballtes Wissen, Ihre wertvolle Energie und haufenweise Hoffnung, Sie haben das jahrelang Ihren Kunden erzählt, immer wieder und wieder, in der Hoffnung, dass jeder es irgendwann registriert und gutiert hat, da kommen dann Ihre Kunden und sagen, das sei alles ganz schön, könnte aber deutlich schöner sein und möchten sich gerne direkt einmischen - in jeder sonst so geschützten Ecke Ihrer Wertschöpfungskette. Ja, auch hier wird nicht vergessen, an alle zu erinnern, für die jeder einzelne steht. Nicht nur die eigene Familie und ein paar Realfreundschaften. Manche haben zig, andere hunderte, wenige tausende, für oder mit denen sie sprechen und handeln. Das ist nicht bedrohend, aber es droht.
Möchten Sie sich diesem Wahnsinn stellen? Ist es Ihnen nach Mitmachen? Gerne werden ja folgende Sätze gesagt, um sich dem Druck zu entziehen: “Unsere Kunden wollen das nicht!”. Es bieten sich auch Sätze wie diese an: “Unsere Kunden sind zu alt!”, “Unsere Kunden sind nicht gebildet genug!”, “Unsere Kunden sind technisch ungebildet!” Gerne hört man auch mit einem wie zum Scherz gezwinkerten Auge “Unsere Kunden sind zu dumm dafür!” Danach gerne ein “Hahaha, Sie wissen schon wie ich das meine!”. Weiss ich aber nie wirklich. Wir hoffen dann immer, dass diese Sätze Teil einer extrem klugen Strategie sind. Leider sind sie aber viel zu oft Ausdruck von Angst. Angst vor wieder völlig neuen Anforderungen, Angst vor den möglichen Fehlern, die man wieder machen kann, Furcht vor dem Verlassen der Komfortzone des Alltagsgeschäfts. Furcht vor dem mündigen Kunden, der wirkliche Nähe, unangenehm anmutende Nähe, einfordert.
Das wird jetzt aber alles nicht als Reaktion ausreichen, um die Kunden, die vor Ihnen stehen und fragend schauen, von vielen Seiten in fremde Gruppen und Clounds sortiert werden, bei Laune und bei Ihrer Marke zu halten. Natürlich sind Sie als Unternehmen völlig frei in Ihren Entscheidungen und können einen ganz eigenen Weg gehen. Sie müssen aber schauen, ob Ihnen genügend Kunden auf diesem Weg folgen. Sonst ist man schnell einzigartig, mit der Betonung auf einzig. Alleine.
Es gibt jetzt nur zwei Möglichkeiten für Sie. Nein, lassen Sie sich nicht mehr Möglichkeiten einreden. Es gibt definitiv nur zwei.
Möglichkeit eins, Sie geben sich den Kundenwünschen hin. Mehr noch, übertreffen deren Erwartungen und lassen sie sogar an dem Denken teilhaben, das Sie zur Möglichkeit eins hat tendieren lassen. Sie gewinnen durch die geführte Diskussion Zeit, Glaubwürdigkeit und die Herzen der Kunden, mit denen Sie dann ab sofort kommunizieren, wie in Teil eins der Trilogie selbstredend inszeniert.
Möglichkeit zwei ist es, auf die jetzt viele lauern. Gibt es eine zweite Möglichkeit? Ja! Sie ist der Gegentrend zum Trend. Es ist die völlige Verweigerung jeglicher mobiler-, sozialer- und jedweder communitymäßiger-Kommunikation. Eine ganz klare Absage an die Digitalisierung Ihres Geschäftes.
Und das soll funktionieren? Nur wenn Sie es zu 100% konsequent betreiben. Veröffentlichen Sie nur eine Telefonummer auf Ihrer Internetseite. Alle E-Mail-Hasser werden Sie lieben. Laden Sie Kunden zu persönlichen Gesprächen ein. Alle Realos – auch die nicht Grün gefärbten – werden Sie lieben. Sammeln Sie keinerlei Daten über das zwingend Notwendige hinaus. Machen Sie Kunden wieder zu souveränen Persönlichkeiten, lassen Sie Ihre Marke wieder zum Mysterium werden, das sich nicht ständig erklärt und dem Kundenwunsch folgt. Schreiben Sie ausschließlich Briefe. Persönliche. Kündigen Sie Ihrem Lettershop.
In Zukunft haben Sie keinen Callcenter mehr, sondern eine “Schreibstube”. Da sitzen dann wieder Schreiber an Pulten, die nach Qualität der Handschrift eingestellt wurden.
Ihre Produkte werden einzeln und persönlich übergeben und es ist Zeit für ein reales Gespräch mit dem Kunden.
Das geht nicht? Doch, das geht. Aber Sie müssen den Weg zu 100% gehen. Denn wenn Sie es sind, die nein zur Entwicklung der Kommunikation sagen, folgen Ihnen alle, die mit der aktuellen Entwicklung überfordert sind. Und das sind nicht wenige. Sind es genug? Es werden immer weniger, die sind dafür aber um so treuer. Gegentrendtreu.
Irgendeine Version zwischen den Möglichkeiten eins und zwei ist eine mehr oder weniger schlechte Umsetzung der Notwendigkeiten, die Ihnen die Gesellschaft und die Kunden ins Buch geschrieben haben. Entsprechend wird man sie mehr oder weniger schlecht finden. Aber man wird sie schlecht finden.
Die digitalen early Adopter sind schon weit vor Ihnen, Sie treiben die Entwicklung hin zur sozialen Digitalisierung hinter den Massen an, damit sie schneller und bedürftiger werden, um vorne bestätigt zu bekommen, dass sie den einzig richtigen Weg gehen. Die werden schneller und der Abstand rasant größer. Die erste Möglichkeit wartet nicht auf Sie, denn Ihr Zögern ist eine Geschichte, die man betroffen in allen Communities erzählen kann. Und Geschichten braucht die digitale Welt unendlich viele in kürzester Zeit, die sie manisch in alle Kanäle presst. Im Ringen um die Helden- und Looser-Geschichten, die die einzig wirksamen sind. Ihr Zögern ist am Ende eine gern erzählte Looser-Geschichte, die den anderen noch mehr Vorsprung verschafft. Da schließt sich der teuflische Kreis in allen Dimensionen. Die Welt ist eine digitale Kugel.
Okay, Sie machen nicht mit. Ihre Welt soll eine analoge Scheibe bleiben. Bitte nicht wieder die Kunden als Grund vorschieben. SIE wollen es nicht. Punkt. Persönlich, professionell, warum auch immer. Dann brauchen Sie ein Konzept, scharf wie eine Damazenerklinge, um aus der Welt wie sie ist, Ihre Scheibe sauber rausschneiden zu können. An der richtigen Stelle für die richtige Größe, in der richtigen Dicke. Diese Scheibe ist dann Ihre Welt. Klar und sauber abgegrenzt und wenn Sie sagen dass Ihre Welt diese Scheibe ist, müssen Sie das so konsequent sagen und leben, dass man Ihnen das als Gegentrend und nicht als Dummheit abnimmt. Darauf geben wir Ihnen den guten alten Brief und ein wachsig, dick auftragendes Siegel.
Der zweite Satz der Kommunikationsphantasie ist:
Die Welt ist eine digitale Kugel, von der man sich nur mit scharfen Klingen eine analoge Scheibe abschneiden kann!
…
Teil 3
Technisch getriebene, menschliche Hochgeschwindigkeitsevolution wird die Langsamen zu Rückwärtsläufern machen!
Reichte es den Marken früher, Träume zu inszenieren, werden es in Zukunft immer öfter Räume sein, die Marken für Menschen errichten müssen, um ihnen das Andocken an die Marke zu ermöglichen, mit der die Menschen nur noch mobil kommunizieren.
Was wir heute als Monolabelstores schon haben, wird in der Zukunft nicht mehr ausreichen. Markenräume werden das zweite Zuhause werden. Und die Marken werden dem archaisch reagierenden, mobilen Menschen überall intelligente Zückerchen auslegen, damit seine Wege die richtige Richtung nehmen.
Wie diese Markenräume aussehen werden, definieren die Menschen in ihren sozialen Gruppen. Die Kunst der Marken wird es sein, das richtige Thema für die Räume zu finden, damit überhaupt jemand kommt und die Wünsche der Menschen um Markenbotschaften anzureichern, um immer wieder zu überraschen.
Mobil werden Versprechen gegeben, die im direkten Kontakt der Marke übertroffen werden müssen. Dieses Erlebnis muss so einzigartig sein, dass man die Produkte der Marken kauft, bis man sich den nächsten Aufenthalt in einem Markenraum leisten kann. Produkte werden zu Devotionalien, die neben einer spirituellen (nicht religiösen) Dimension, die möglichst kreativ inspirierend sein sollte, auch eine körperliche Dimension haben müssen, indem sie Gesundheit erzeugen oder diese zur Schau stellen, bis hin zur Gesundheitssimulation.
Wie findet die Kommunikation rund um diese Markenräume und Wohnwelten der Menschen statt? Am Menschen. Für den Menschen. Mit dem Menschen.
Mit immer mehr verfügbarer Information, war es schon vor Jahren klar, dass die das Internet, damit die Kommunikation und somit die Wirtschaft der Zukunft dominieren werden, die Information leicht und mobil zugänglich und beherrschbar machen.
Es entstehen virtuelle Markenräume, die den Menschen zuhause aufnehmen und durch die Markenräume begleiten, sie lenken und orientieren, um sie wieder sicher und glücklich zuhause abzusetzen. So kann der Mensch sich auf das Leben und erleben konzentrieren, kann sich hingeben, ohne alles andere zu vergessen und den Versuchungen und Notwendigkeiten einer sehr mobilen Welt in jeder Sekunde gerecht werden.
Genau in dieser Sekunde, historisch gesehen, kommt das iPad.
Man hat mit der nächsten Generation iPad, leider muss auch Apple seine Investitionen mit Gerätegenerationen refinanzieren, nur noch ein Gadget, das den Menschen komplett mit allen Informationen, allen Freunden und auch Geschäftspartnern vernetzt, über den Tag begleitet. Der Mensch muss noch nicht mal mehr wissen, wie man einen Computer aus oder einschaltet – das ist nur noch ein Streicheln. Der Mensch muss keine Informationen mehr suchen und vernetzen, das machen die Apps. Der Mensch hat nur noch einen Wunsch, eine Anforderung und eine Adresse, bei der er alle Antworten, Lösungen und Erleichterungen findet.
Und die Marken finden die Menschen. Ebenfalls auf einem verlässlichen Standard, der es erlaubt, großzügig inszenieren zu können. Sound, Vibration, Film, Bild, Farbe, Form. Wort, Musik. Alles vom Menschen mit den Fingern berührbar, erstreichelbar, anfassbar.
Der Mensch wird den “Computer” nicht mehr als Maschine, sondern als Begleiter verstehen lernen. Der Computer wird nicht mehr komplexe Technik, sondern leichte Hilfe sein. Der Computer wird kein Computer mehr sein. Er ist das Vorkino zum Kino, er ist Kino selbst. Er wird Stereoanlage sein, wo sonst nie eine war. Er ist die Buchhandlung, wo nie Platz war für Bücher. So oder so! Er organisiert den Tag, stimmt diesen, wenn man möchte, mit Wetter, Strassenbedingungen, einer persönlichen Stimmung, oder mit den Terminen der Familie oder Freunde ab. Er bringt die Mensch hin oder weg. Er ist Museum, wo sonst nur Betonwände waren. Er wird das Denken und Handeln weiter verändern.
Und “er” ist das iPad. Das iPad an und für sich, oder ein Substitut dieses Meilensteines menschlicher Kurzzeitevolution.
In Seniorenheimen werden die ipads von alten Händen liebevoll in die Vergangenheit gestreichelt, um darin schwelgen zu können. In Kindergärten kitzeln kleine Händchen die große Welt vor große Kinderaugen. In Schulen fallen Lehrer aber keine Stunden aus, weil die von iPad-Lehrern zentral ersetzt werden. Man liest auf dem Sofa die Zeitung, die man lesen möchte und nicht die, die man gerade hat und zum 4. mal lesen muss. Leser werden über Bücher entscheiden, nicht Verlage. Produkte werden per iPad gekauft, die erst dann produziert werden. Markenräume warten, manchmal als Vereinsheime der Neuzeit verkleidet, manchmal ehrliches Vereinsheim, oft Traumwelten, öfter reale Räume, in denen Menschen Leben, Glück, Gesundheit und Kreativität suchen und finden, auf die menschen, wissen schon von Ihrem kommen, sind vorbereitet, besser als jeder Freund.
Das ist ja alles Zukunftsmusik. Genau. Und im Swiss Bordmagazin wird letzte Woche das Mobiltelefon in einer ganz normalen Uhr integriert, für 150 Euro angeboten. In Google Earth drehe ich das iPhone ins Querfromat, sehe in realen Bildern die Straßen und Häuser vor mir und wer oder was mich wo in seinen Markenräumen erwartet. Alles Zukunftsmusik, wenn in 18 Monaten 3 Milliarden Apps geladen werden, Tendenz deutlich steigend. Alles Zukunftsmusik ohne jeden Realitätsbezug. Medien, vornehmlich die Holzmedien, warten auf das iPad wie auf den Messias. Es soll einer ganzen Branche beim Überleben helfen. Alles Zukunftsmusik. Werbung wird im iPad beginnen und enden, zwischendurch nur noch noch Markenräume schmücken. Alles Zukunftsmusik.
Sie können sich das nicht vorstellen? So ist das mit wirklich neuen Dingen. Man kann sie sich nicht gut vorstellen. Sie brauchen das auch nicht! Wie wollen Sie das wissen, wenn Sie es sich nicht vorstellen können. Dafür haben Sie ja uns. Die Konsorten. Ihre Konsorten.
Lassen Sie das Thema mit reichlich Pathos in Ihrer Erinnerung an diesen Text überleben. Mit dem dritten Satz zur Kommunikationsphantasie:
Technisch getriebene, menschliche Hochgeschwindigkeitsevolution wird die Langsamen zu Rückwärtsläufern machen!
Antike Trilogien wurde immer von einem Satyrspiel gekrönt. Unsere Trilogien jetzt auch. Das Satyrspiel “Klickhure” veröffentlichen wir am 23. Februar hier!
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“Mobile first” und wer’s nicht glaubt ist…
Jörg Kremer am 17. Februar 2010
Der Google-Boss Eric Schmidt hat auf dem Mobile World Congress in Barcelona die Devise “Mobile first” für Google ausgegeben. Alle Entwicklungen bei Google sollen ab sofort immer zuerst für die mobilen Plattformen und erst dann für andere Plattformen entwickelt werden. Damit ist die Frage, wohin der Lifestyle sich wenden wird, endgültig entschieden.
Die Akzeptanz des mobilen Internet soll 8 mal höher sein, als die Akzeptanz des stationären Internets. Und bei der stationären Entwicklung sind schon viele nicht mitgekommen. Weder aktiv noch passiv.
Und Schmidt sagt, dass in drei Jahren mehr Smartphones verkauft werden als Personalcomputer. Und da hat er die iPad-Gattung mit allen auf den Plan drängenden iPad-Killern sicher noch nicht mitgerechnet.
Es ist Zeit selbst die Konzepte für dieses Jahr nach solch klaren Wegweisungen noch mal zu überdenken. Gerne sind wir Ihnen Denkkonsorten.
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Seid dumm. Wenn Ihr schlau seid.
Jörg Kremer am 17. Februar 2010

Dieser Bläser blies nicht nur uns auf die Speicherkarte, sondern auch schon in Wikipedias Datenbanken. Hätten wir ihn nicht schon gekannt, hätten wir ihn echt süß gefunden, wie er den katalanischen Tänzern allsonntäglich zum Reigen bläst.
Reist man heute nach Barcelona, kennt man neben der Ankunftszeit auch schon das Ankunftswetter, den Abfahrtsort des Transferbusses, dessen exakte Fahrtzeit, die Uniform der Busgesellschaft, die Rezeption des Hotels, das eigene Zimmer, das Zimmer, das man leider nicht mehr bekommen hat und alle, die man nie hätte buchen wollen, jeden Service, sei er noch so schlecht und man hat alle wichtigen Bilder der it-Places schon gesehen. Aus den Augen der Profis und von den Speicherkarten unzähliger Pixelexibitionisten.
Man fährt eigentlich nur noch nach Barcelona, um den Körpergeruch des Busfahrers und das schlechte Englisch des Rezeptionisten und die extrem hohen Eintrittsgelder schmerzhaft selbst und direkt spüren zu können. Das Wissen, auf das wir so stolz sind, nimmt uns sämtliche Vorfreude und auch die Hoffnung, etwas Neuem zu begegnen. Hätte man nicht so viel vorher gewusst, wären die wirklich wichtigen Dinge überraschender und eben wichtiger geworden und der Geruch eines arbeitenden Busfahrers ins Unwichtige abgerutscht. Zu Recht!
Dann der Gang über die Rambla, auf der man 50% der Strassenkünstler und die Musiker der Cobla Popular schon zu 100% kennt, die zur Santana auf dem Platz vor der Kathedrale La Seu aufspielen. Jetzt zur Passeig de Gràcia, einem Aufmarsch internationaler Markendomizile, die davon leben, dass wir viel von ihnen wissen, daraus Ihre Anziehungskraft und die hohen Preise ableiten. Man geht hinein, um sich das Wissen bestätigen zu lassen.
Kurz bevor man die Hoffnung auf Überraschung völlig aufgibt, die Überraschung durch ausbleibende Hoffnung völlig unter Wissen verschüttet, kommt ein üblicher Hoffnungsterstörer, ein Marke, und schlägt einem die ganze Erbärmlichkeit unseres Wissenwollens ins Gesicht.
Be stupid. Sei dumm. Punkt.
Kurz irritiert, liest man direkt daneben “SMART CRITIQUES. STUPID CREATES” und “SMART LISTENS TO THE HEAD STUPID LISTENS TO THE HEART.” Man möchte gerade seine Scherze darüber machen, wird dann aber schnell an wesentliche Fehlinterpretationen seines Lebens erinnert. Erwähnt sei hier nur, die Konfirmationsausgabe von “Seelig sind, die da geistlich arm sind, denn das Himmelreich ist ihr.” Pubertär hieß das, die Dummen kommen in den Himmel. Später klärte sich dies auf. (Wobei die offizielle Interpretation, das man sich auf das Himmelreich freuen kann, wenn man erkennt, daß man auf die Gnade Gottes angewiesen ist und Vergebung von Gott annimmt, sich dann doch wieder auf “dumm” reduzieren ließe.) Was heißt denn “Be stupid.”, wenn es auf einer Prachtstraße an einer Markenburg klebt?
Ist es die entwaffnende Ehrlichkeit, die fasziniert? Denk nicht nach, höre auf Dein Herz, vergiss Dein Wissen das Dich nörgeln macht und lass dich gehen. Jetzt und hier! Es ist genau das, aber auch noch viel mehr. Es ist das Versprechen, dass man dann auf der kreativen, emotionalen Seite des Lebens mitgestalten und mitfühlen wird. Und das ist die Seite, die man uns in allen anderen Markentempeln verklausuliert irgendwann mal in Aussicht stellt. Was aber immer mit einem Prozess verbunden ist, der an unsere Intelligenz und Mitarbeit appelliert, immer Engagement impliziert. Tu dies, dann geschieht das. Denk dies, dann erfüllt sich das. Mach was, tu was, jetzt! Kauf uns jetzt, sonst kommst Du nicht in Deinen Wunschhimmel und musst weiter hier Deine Kohle ausgeben.
Diesel kommt nicht mit der Attitüde eines alten Vertrauten, der jovial auf die Schulter klopft, sie treten einem auch nicht als allwissende Übermarke entgegen, sie bemühen sich auch nicht als Wunscherfüller, Lebens- und Weltverbesserer, Diesel ist dumm normal und dadurch einfach super.
Was kan man daraus lernen? Für das Tagesgeschäft.
1. Man muss nicht der beste der Stadt sein, nicht der Beste der Welt. Es reicht, der beste in der Straße zu sein.
2. Man darf die Markenversprechen nicht zu sehr inflationieren lassen, sonst wird man bei aller gewünschten Emotionalität und Intimität am Ende doch zu intellektuell.
3. Trends zu kennen und zu beherrschen, heißt auch, sie bewusst ausser Acht lassen zu können.
4. Man muss wissen, wann ein Trend so weit ist, dass man ein klares Gegenstatement formulieren kann und dies so wahrgenommen wird.
Jetzt kommt stereotyp der Einwand, dass dieses Denken und Handeln ja nur etwas für die großen Marken ist. Ein entschiedenes nein. Die sind nur selbstbewusst genug, es zu tun und wissen, dass man es konsequent tun muss.
“Bitte seien Sie doch mal weniger intelligent und kaufen Sie bei uns!” So sieht das in der Umsetzung aus, wenn man nicht genug Cojones hat und das Wort Konsequenz im Bücherregal im Wörterbuch bei K ruht.
Sie vermissen jetzt viele Marketinganglizismen, die bei solchen Themen sonst zum Familientreffen rufen. Wir wollten es mal einfach halten, damit Sie es sich mal leisten können, dumm zu sein.
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