Guten Montag,
für beinahe jede Situation unseres Lebens hat ja irgendein Denker schon einen passenden Satz formuliert. Voltaire hat erklärt, dass alles, was eine Erklärung braucht, einer Erklärung nicht wert ist.
Wie oft habe ich das mit variierenden Worte schon gedacht. Und immer wieder, wenn ich Kunst schaue. Ich habe Hirst in Zürich gesehen und da war er wieder, dieser Gedanke. Halb habe ich ihn geholt, halb kam er mir entgegen.
Kunst, im Nachhinein mit Geschichten rund um die Entstehung und aus der Zeit, in der die Kunst entstand, ergänzt, kann die Gedanken in wundersamer Weise katalysieren. Wenn aber die Erklärung vorab zur Notwendigkeit wird, um Kunst zu schauen und zu verstehen, gar verstehen zu können, denke ich: Lieber Künstler, Du hast einen schlechten Job gemacht. (Man kann sich natürlich fragen, ob man Kunst wirklich immer verstehen können muss oder darf?)
Ich stelle mir den Künstler vor, wie er, unter dem Druck seines Sendungsbewusstseins leidend, sich die Kunst aus dem Innersten gedrückt hat. Geburt. Dann die Ernüchterung. Vater und Mutter sind nicht erkennbar, die diese Arbeit gezeugt haben.
Schon ist eine Armada von Intellektuellen Vorkäuern da, um doch Ähnlichkeiten und Absichten zu erkennen. Meist in einer dem Volke völlig unzugänglichen Sprache. Manchmal möchte man sie abschütteln – wie Fliegen.
Damian Hirst, Kunstfabrikant wie Warhol, nur fabrikantiger (obwohl er gerade beginnt den Pinsel zu führen) hat diese Gedanken provoziert. Gibt uns aber keine Antworten. Denn ein kommerzieller Künstler wie er, macht auch Kunst, um ihr erst danach den Geruch aufzusprühen, auf den die Kulturelite sich stürzt, wie Geier auf Aas. Niemandem wird es mangeln, er bedient sie alle, damit es ihm nicht mangelt. Dem Fabrikanten.
Was bringen Ihnen diese Worte an genau diesem Montag? Wenn es eine Erklärung braucht…
Voltair kann auch richtig schlecht sein.

