Archiv für das Tag 'Krise'

Dinosauriersterben: cebit, cpd

Jörg Kremer am 5. März 2010

Liest man von den angeblich unglaublichen Erfolge der aktuellen cebit, erinnert einen das an die extrem gute gemeinte Berichterstattung zur letzten cpd. Alle merken, dass diese Messen keine wirkliche Bedeutung und Berechtigung mehr haben, aber man möchte das nicht so offen eingestehen.

Die digitale Welt tickt aber nicht mehr nach Messeterminen und auch die Modewelt ist schneller als jede Messe sein kann. Für die cpd in Düsseldorf sucht man schon das Leichenhemd und die passende Sargausstattung aus – denn auch das Aus soll modisch chick sein. Die cebit sträubt sich noch, doch folgt man den Echtzeiteindrücken auf twitter, gibt es wenig glorioses zu entdecken. Man darf gespannt sein, welche digitale Beerdigungszeremonie sich diese Messe gönnt.

Webciety ist der anspruchsvolle Versuch, der Zeit und veränderten Gewohnheiten gerecht zu werden. Eventuell sind es viele solcher Idee, die irgendwann das cebit-Monster ablösen. Sterben diese beiden Messen, stirbt eine titanische Messegeneration, die man über Jahrzehnte für unsinkbar hielt.

Außer man gönnt dem Messe-Siechtum wirklich neue Energie und gänzlich neue Impulse und nicht die abgegriffenen Anschubversuche einer etwas asthmatisch wirkenden Beraterriege, die schon bei zig anderen Messen Sargträger waren.

Schönes Wochenende.

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Die Konsorten-Klassiktage der Kommunikation

Jörg Kremer am 3. März 2010

Sie möchten auch mal wieder über Werbung nachdenken, die man zerknüllen oder einrahmen kann? Holzmedien ist für Sie kein Schimpfwort! Sie möchten über Kommunikation reden, die sie mit den Händen berühren können? Sie haben mal wieder Lust auf gute, alte Radio- oder TV-Werbung? Sie möchten analog sein? Sie haben Lust auf Live-Kommunikation, bei der man Kunden und Freunde anfassen kann?

Dann sind Sie hier richtig.

Vom 8. bis zum 12. März finden die Konsorten-Klassiktage der Kommunikation bei Kremer und Konsorten statt.

Es wird über die gute, “alte” Kommunikation nachgedacht. Wir werden darüber sinnieren, was sich in der analogen Kommunikation geändert hat und ändern muss – in den digitalen Zeiten. Ja, ganz ausklammern können wir die digitale Welt nicht. Wir werden uns an dieser reiben. Wir gehen der Frage nach, ob es auch einen Gegentrend zur Digitalisierung geben kann und wird.

Parallel hierzu findet eine Diskussion bei uns auf facebook statt. Hierzu laden wir Sie herzlich ein.

Während der Klassiktage beantwortet Jörg Kremer Ihre anonym gestellten Fragen rund um die aufkommenden Thema auch bei formspring.me.

Es wird Klasse!

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Sei dumm!

Jörg Kremer am 16. Februar 2010

Smart critiques.

Stupid creates.

Smart listens to the head.

Stupid listens to the heart.

Be stupid.

Diese Schaufenstergestaltung gönnt sich Diesel in Barcelona. Ist das Marken-Selbstmord oder der letzte Sprung auf das Siegertreppchen im Ringen um die Aufmerksamkeit der Kunden auf der Prachtstraße Passeig de Gràcia? Ist es platte Effekthascherei oder ein von Strategie durchtränktes Beispiel hoher Marketingkunst – oder doch Marketingintelligenz? Oder ist es nur so dumm, wie wir alle dumm sein sollen? Oder was…?

Morgen erfahren Sie hier mehr dazu!
diesel

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Trend: Gegentrend

Jörg Kremer am 7. Februar 2010

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Medien sind in der Regel extrem neugierig und messen sich zu Tode, um zu erfahren, wer sie nutzt. Nicht aus eigenem Antrieb. Die Werbewirtschaft will bedient werden. Die Holzmedien standen, um den digitalen Medien Datenparoli bieten zu können, unter ganz besonderem Datendruck.

Es war naheliegend, dass ein Holzmedium auf die Idee kommen könnte, mit einer offen vorgetragenen Gegenhaltung punkten zu wollen. faces hat dies nun getan. Inmitten von Datendebatten und Datennutzungkriegen sagt faces, sie seien das erste Magazin, dem es egal sei, wer seine Leser sind und was diese machen. Solange sie Klasse haben.

Dass das Model politisch unkorrekt raucht, macht das Cover zur perfekten Inszenierung urbaner Revolution. Man kann nur hoffen, dass faces diese Haltung konsequent durchzieht. Dann wäre faces ein gutes Beispiel für den Gegentrend zum Digitalisierungstrend, den wir in Teil zwei der Trilogie “Kommunikationsphantasie in drei Sätzen” formuliert haben.

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Trilogie “Erfolgskultur Zwanzigzehn” (Teil 1 von 3)

Jörg Kremer am 4. Januar 2010

Facebook und Twitter waren mal ein Hype. Heute sind Sie das “Tempo” unter den Papiertaschentüchern. Sie stehen für eine neue Gattung der Kommunikation, die wir Social Media nennen. Mehr noch, denn Sie sind Ausdruck einer sich sehr dynamisch verändernden Gesellschaft.

Die Frage, ob Facebook und Twitter werden konnten, was sie sind, weil die Menschen sie brauchten, oder ob die Menschen sie nur brauchen, weil es sie gibt, möchten wir hier nicht diskutieren. Konstatieren möchten wir, dass der Hype zur gelebten Realität der Gesellschaft geworden ist – die Ausseindnersetzung damit für das Jahr 2010 ein Muss!

Das Internet und die Gesellschaft haben ihre gegenseitige Entsprechung gefunden. Beide entwickeln sich zur Zeit mit identisch hohem Pulsschlag und gleich hoher Geschwindigkeit in die selbe Richtung. Diese Synchronität entwickelt eine Entwicklungs- und Wandlungsgeschwindigkeit, die selbst diejenigen überrascht, die sonst bei jedem Trend die Fahne tragen. Die Marketing- und Kommunikationsbranche und in der Folge natürlich auch die Unternehmen.

Social Media ist eines der wichtigsten strategischen Themen der Zukunft geworden, ohne von den Beratern dazu ausgerufen worden zu sein. Es ist passiert und jetzt wird hinterher gerufen.

Wie konnte diese Situation entstehen? In Zeiten, in denen es wirtschaftlich “enger” wird, boomt eine Branche ganz besonders. Die Möbelbranche. Daran lässt sich wunderbar erkennen, dass die Menschen in solchen Momenten auf sicherem Terrain zusammen rücken und sich dort einrichten. Das ist heute schwierig geworden, denn dafür können über Nacht nicht alle Singlehaushalte aufgelöst werden, dezentrale Familien- und Sozialstrukturen können nicht von jetzt auf gleich zentralisiert werden. Man rückt also digital enger zusammen. Weil man das Bedürfnis hat und weil die Möglichkeiten dafür jetzt auf hohem Niveau gegeben sind.

Es gibt einen weiteren wichtigen Treiber für die beinahe lustvoll angenommene Veränderung durch die Gesellschaft. In einer überschwappenden Überflussgesellschaft ist der Drang nach materieller Befriedigung auf hohem Niveau gestillt. Die dicke Brust des Konsums hängt verführerisch, Sättigung versprechend, vor uns. Doch nähren wir uns nur noch lustlos daran. An die Stelle lustvoller Befriedigung durch Produktkonsum tritt jetzt die Befriedigung intelligenter, spiritueller, humaner, ästhetischer und körperlicher Bedürfnisse. Befriedigung, die man nicht einfach durch Konsum erreichen kann, sondern durch den sehr kreativen Einsatz aller verfügbaren Ressourcen in einem möglichst dynamischen, intelligenten Netzwerk.

Klassische Strukturen können diesen Bedürfnissen und diesem daraus erwachsenden Bedarf nicht mehr gerecht werden. Das Internet mit seinen Social Media Angeboten kann das. In Reinform.

Wer jetzt noch darüber nachdenkt, ob dies so ist oder nicht, hat in vielen Fällen schon den Kontakt zur gesellschaftlichen Entwicklung – den Kunden – verloren. Oder verliert diesen gerade massiv. Zu behaupten, die eigenen Kunden wären ganz anders, stellt den so Behauptenden ins Aus, denn es handelt sich bei diesem Wandel um einen gesamtgesellschaftlichen. Nachzudenken, ob man diese Entwicklung gut findet – oder nicht, ist löblich und philosophisch wertvoll, lenkt aber nur davon ab, dass man möglichst schnell operativ reagieren sollte.

Was haben Unternehmen denn aus dieser Entwicklung heraus für 2010 und die Folgejahre zu erwarten?

Kunden werden in nahezu der gesamten Wertschöpfungskette an allen Prozessen teilnehmen und eine kreative Rolle spielen wollen – und dies auch tun. Das nicht in der alten Kommunikationshierarchie, Marke oben, Kunde unten. Nein, diese Kommunikation findet auf Augenhöhe statt. Das heißt, dass plötzlich viel mehr Mitarbeiter und Abteilungen den direkten Kontakt zum Kunden bekommen. Das ganze Unternehmen spricht mit allen Kunden. Natürlich gibt es eine operative Leitung, aber direkt dahinter ist die Schnittstelle zum Kunden um ein Vielfaches breiter geworden. Niemand muss mehr den Vertrieb fragen, wenn er etwas über die Kunden wissen möchte, sondern bekommt das Feedback jetzt direkt und – in Echtzeit. Wer ist darauf vorbereitet? Wer kann die richtigen Fragen stellen und die richtigen Antworten geben? Wer kann diese Leistungen aus dem Nichts heraus in den bestehenden Organigrammen leisten? Substanziell niemand.

Es liegt in der Natur der Sache Social Media, die so massiv in die Strukturen und Prozesse der Unternehmen einwirkt, dass man darauf auf breiter Basis vorbereitet sein muss. Dies sowohl auf Unternehmensseite, als auch bei den einzubindenden Dienstleistern. Auf Unternehmensseite müssen alte Trennungen zwischen Fachabteilungen aufgebrochen werden, Organigramme warten sehnsüchtig auf Veränderung. Social Media ist eine große Chance, altes Denken, das noch hat überleben können, von der Geschäftsleitung und vom Kunden legitimiert, ins Archiv verbannen zu können.

Social Media ist für 2010 ein Thema, dass von der Geschäftsführung solide unterstützt und vorangetrieben werden muss, um allen Strukturen und Mitarbeitern die Sicherheit zu geben, dass es richtig ist, sich dynamisch diesen Veränderungen anzupassen. Sonst passiert es leicht, dass zu viele versuchen das Thema auszusitzen, weil es nicht ernst genug genommen wird und die notwendige Veränderung für ein erfolgreiches Social Media Engagement zu gering ist und nicht ergebniswirksam greift. Schlimmer noch, das solche Unterlassungsfehler grossen relativen und absoluten Schaden anrichten.

Auf der Seite der Dienstleister sind universelle Anbieter gefragt, weil die aus ihrem Selbstverständnis heraus dafür Sorge tragen, dass Social Media nicht eine geschlossene Kommunikationsinsel und damit wirkungslos bleibt. Diese Dienstleister, die natürlich auch in der digitalen Welt sicher agieren müssen, tragen Social Media in alle Kommunikationsbereiche, von Werbung, PR, Event und Vertrieb bis hin zum Mitarbeiter Branding. Denn genau hier liegt der Schlüssel zum Erfolg – in der intelligenten Vernetzung und der Anpassung aller Kommunikationsformen an die neuen Kommunikationskanäle und die neue Kommunikationskultur sowie den Bedürfnissen einer dem Wandel sich lustvoll hingebenden Gesellschaft.

Wie Social Media Kommunikation in 2010 strategisch eingebunden werden sollte, und wohin sich Social Media in den nächsten Monaten weiterentwickeln wird, erfahren Sie in den Fortsetzungen der Trilogie “Erfolgskultur Zwanzigzehn” in den Teilen zwei und drei am Mittwoch und Freitag.

Hier geht es zum zweiten Teil der Trilogie…

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