
Liebe Kunden, liebe Geschäftspartner, liebe Konsorten, liebe Freunde, liebe Restwelt,
wir europäischen Christen nehmen immer an, dass die ätherischen Öle der Nadelhölzer in diesen Tagen alle Augen dieser Welt feucht werden lassen. Weit gefehlt. Die Amerikaner respektieren die Religions- und Traditionsvielfalt viel mehr als wir und wünschen sich deshalb nicht frohe Weihnachten, sondern seasons greetings – was frohe Festtage bedeutet. Eigentlich eine schöne Geste der Toleranz und Offenheit. Dem schließen wir Konsorten uns dieses Jahr mal an.
Das zurückliegende ökologische, ökonomische und soziologische Weltjahr ist nichts, worauf wir stolz sein könnten. Nicht an allem waren wir direkt ursächlich beteiligt. Und doch haben die allermeisten von uns durch Lebensart und Status Quo indirekt an allem, als eines von 7 Milliarden Rädchen, mitgedreht.
Jetzt stehen wir hier in dem Saustall Welt und schauen mit Esels-, Kuh- oder Schaafsblick auf einen Haufen Stroh, in dem wir, wie jedes Jahr, Erlösung zu bekommen hoffen. Wie naiv, all die Wünsche Träume und Ängste an einem Säugling festzumachen. Aber Religion muss naiv sein, um Religion sein zu können.
Verlassen wir wieder den Stall und setzen uns unter die Tanne. Rutschen Sie ruhig etwas näher ran, dann wird es kuscheliger.
In drei Tagen geht ein Grundrauschen durch Deutschland. Das Geschenkeauspacken wird zu einem Sturm unter Tannen werden, der alle sanften Töne dieser Zeit, seien es mutige, freudige, ängstliche oder traurige, für einen Moment unhörbar machen wird. Dann blenden wir für kurze Zeit alles aus, geben uns dem Schenken und Beschenktwerden hin. Schwelgen im Rausch der Hormone, die wir literweise in unsere Körper abgeben, uns zu euphorisieren. Da ist die Krippe nur noch Staffage, schmückendes, religiöses Beiwerk in den Weihnachtslandschaften, die wir alle in unseren Räumen inszeniert haben.
Man könnte das jetzt schlecht heißen, sich über Konsum ereifern, oder Oberflächlichkeit reklamieren. Das wäre aber falsch. Wir Menschen brauchen diese Momente naiver Glückseligkeit. Nur so sind wir in der Lage, den Blick auf die Welt zu richten, die hinter der Krippe schon wieder ihre banale, harte Alltäglichkeit aufbaut. Nur so können wir uns dieser Welt wieder mit der Kraft zuwenden, die wir brauchen, um am Ende eventuell doch noch etwas zu verändern.
Geben sie sich der Tradition, der Religion und der inszenierten Glückseligkeit schamlos hin. Pumpen Sie die Momente tief in Ihr Herz, Ihre Seele und in das Hirn. Laden Sie sich auf. Pressen Sie alle Energie in Partnerschaft und Familie. So gerüstet wird das nächste Jahr weniger Last als Lust werden. Aber nutzen Sie die Kraft dann auch, um im nächsten Jahr zu ändern, was zu ändern wichtig ist. Für Sie, für Ihre Lieben und für den Rest der Welt.
In diesem ganz speziellen Sinn wünschen wir Ihnen eine wunderbare Zeit.
Mit vorweihnachtlichem Gruß
Jörg Kremer und Konsorten
p.s.: Kremer und Konsorten sind vom 23. bis zum 27.12.2011 im Off. Vom 28.12. bis 1.1.2012 sind wir in Bereitschaft und reagieren auf digitale “Notrufe”. Ab dem 2.1.2012 stehen Ihnen die Konsorten wieder mit aller Kraft zur Verfügung, um mit Ihnen zu ändern und zu verbessern, was zu ändern und zu verbessern wichtig ist!
p.p.s.: Wir verschicken keine Geschenke, wir spenden nichts – jetzt nicht – und wir rufen auch nicht zu Spenden auf. Lassen Sie uns das dann machen, wenn keiner mehr daran denkt, denn dann erreicht es die, die den Rest des Jahres wieder in Vergessenheit geraten werden.
Uns interessiert, wie Sie darüber denken!