Zuerst möchte ich dies betonen: Ich liebe die Digitalisierung. In meiner Profession profitiert man sehr davon. Nie konnte ich so frei und so dezentral arbeiten, wie das heute möglich ist. Ich danke jeden Morgen an meinem kleinen Digitalisierungsaltar der Zeit dafür, in ihr leben und arbeiten zu können. Aber!

Bei aller Liebe zur Digitalisierung frage ich mich, wo der Mensch bleibt? Angeblich ist ja alles total nutzerorientiert, total menschlich. Genau das ist es aber in viel zu vielen Fällen nicht. Wenn nicht sogar fast immer. Jetzt können Sie zufrieden lächeln und denken, dass Sie zu den ganz wenigen gehören, bei denen alles total menschlich ist – in Ihrer Digitalität. Vermutlich sind Sie sich selbst gegenüber dann aber nicht ehrlich.

Ich behaupte, wir haben uns in den letzten Jahren viel zu sehr der Technik angepasst, als die Technik sich dem Menschen angepasst hat. Formulare im Internet, Prozesse im Internet, Anmeldungen, Käufe, Newsletterabmeldungen, Displays in Autos, an Haushaltsmaschinen, an Maschinen überhaupt, Fahrkartenautomaten, Mobiltelefonverträge, Domainabmeldungen, um nur wenige Beispiele zu nennen.

Zu viel!
Zu oft bekommt man Informationen, die wirklich niemanden interessieren. Zum Beispiel die Anzeige, wie viel des Espressos schon in der Tasse ist, wenn man das doch ganz einfach sehen kann. Fühlen kann, wenn man nicht sehen kann. Da sitzt dann jemand und denkt sich, was kann man noch alles auf dem Display zeigen, zeigt es und plötzlich hat eine ganze Branche eine Anzeige mehr im Display, weil natürlich niemand zurückstehen möchte: Was die können, können wir auch. Und wir müssen dann diese unseligen Displays und ihre überflüssigen Anzeigen ertragen und bezahlen.

Kaufprozesse im Internet! Man suggeriert uns, wie einfach und total luxuriös das ist. In Wirklichkeit kaufe ich immer alles möglichst doch bei Amazon, weil die Prozesse dort nicht menschlicher sind aber gewohnter und bisher immer von tadellosem Service begleitet. Wenn nämlich mal eines dieser total überflüssigen Displays kaputt ist.

Die Technik ist nicht wirklich menschlich geworden. Wir haben uns und unser Denken und Handeln technisiert. Wer es schafft, aus diesem Wettlauf um möglichst viel Technik auszusteigen und sich wirklich darauf konzentriert, menschlich zu sein – mit seiner Technik – wird sich in seiner Branche riesige Potenziale eröffnen. Dazu bedarf es eines gewissen Mutes. Denn zu viel scheint uns schon normal, um es zu ändern, auch wenn es alles andere als wirklich normal ist.

Zu wenig überraschend!
Auch hier heißt das Zauberwort „disruptive Innovation“! Die allmählich akzeptierte und erlittene Art der Digitalisierung muss man komplett in Frage stellen, um sich vom Technischen dem Menschlichen zuwenden zu können. Disruptiv kann nur der Mensch sein. Darin liegt schon die Basis für jede disruptive Lösung. Software kann nur sehr bedingt alles vergessen und einen gänzlich neuen Ansatz aus sich heraus finden.

Zu kalt!
Was an Ihren digitalen Schnittstellen zum Menschen ist den wirklich menschlich, wirklich warm und von Blut durchströmt und nicht von Einsen und Nullen überschwemmt, die der Mensch zu verdauen hat? Der Mensch kann sich extrem gut anpassen, deshalb ist er so dominant auf dieser Erde. Aber wollen wollen das die Menschen nicht immer und sicher nicht bei den oben schon genannten Beispielen.

Kremer und Konsorten erarbeiten mit Ihnen zusammen den digitalen Auftritt Ihres Unternehmens und machen ihn menschlich. Technik nimmt sich zurück und dient nur noch im Hintergrund. Der Mensch darf und soll menscheln können, fehlerhaft und flatterhaft sein können, lustvoll und emotional. Technik soll den Menschen menschlicher sein lassen, als er es erwartet. Das Momentum, das mit freigesetzt werden kann, ist gigantisch.

Ja, das bisher Geschaffene war so furchtbar teuer. Das ist gut so, weil dadurch die Prozesse im Backend alle perfekt laufen – hoffentlich. Dann können wir uns ganz und gar auf die Schnittstelle zwischen Technik und Hirn konzentrieren und auf den Körper, der an dieser Schnittstelle leicht und lustvoll agieren möchte.

Zu bequem?
Jetzt können Sie anrufen, das ist schon ziemlich menschlich, wir könnten uns treffen, das wäre höchst menschlich, oder Sie schreiben eine Mail. Aber bitte schön menschlich. Ein Brief wäre auch eine schöne Möglichkeit zu menscheln.

Ich lasse mich überraschen.

Hier finden Sie alle Kontaktmöglichkeiten. Ist ein Link menschlich? Er ist zumindest bequem. Und das ist zutiefst menschlich.

 

 

Jörg Kremer ist Werber, Neuromarketer und Entwickler des Neuromarketingskonzepts biology first. Er startete früh mit einer Agentur für Corporate Design, entwickelte sich konsequent zum Corporate Advertiser, für den schon in den frühen Anfängen das Internet fest zur Kommunikation dazugehörte. Das alles bündelte er in einer Full Service Agentur. Zur Jahrtausendwende widmete sich Kremer dem neu entstehende Wissen in der Hirnforschung und der Evolutionspsychologie und entwickelte das Neuromarketingkonzept biology first. Heute gilt er unter dem Label Kremer und Konsorten als Spezialist für Neuromarketing mit einzigartig umfangreichem Umsetzungswissen in vielen Branchen und nahezu jeder Anwendungssituation. Kremer hat vier Kinder und lebt heute mit seiner Lebenspartnerin Carmen Bußmann im Ruhrgebiet.

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