Ein Lagerfeuer muss in jeder Kommunikation brennen

Das Lagerfeuer knistert leise vor sich hin. Die Gesichter glühen. Alle lauschen gespannt dem, der die beste Geschichte zu erzählen hat. Keiner möchte auch nur ein Wort der Geschichte verpassen. Denn wenn Sie erzählt wurde, ist sie weg. Das wissen die Zuhörer – der Erzähler auch.

Heute erzählen sehr viele gleichzeitig, man sitzt nicht mehr zusammen und hat eine gemeinsame Zeit, eine gemeinsame Situation mit allen gemeinsamen Emotionen. Und hat man eine Geschichte verpasst, weiß jeder, sie ist nicht für immer weg. Man wird sie digital und analog nachgetragen bekommen oder kann sie irgendwo erneut abrufen. Wie also sollen Geschichten sein, damit sie sicher ankommen?
Schlechte Geschichten brennen nicht
Wer schlechte Geschichten erzählt, muss mit anderen Reizen locken. Extreme Verfügbarkeit ist ein Reiz. Der kostet den Absender aber sehr viel Geld. Scheinbar großen Wert billig zu überlassen, könnte ein Reiz sein. Der kostet den Absender auch sehr viel Geld. Ganz abgesehen von der Langeweile, die hohe Verfügbarkeit ausstrahlt und dem Verlust von Vertrauen, den billig langfristig erzeugt – beim Empfänger.
Täglich rennen wir an tausenden Lagerfeuern vorbei und die zumeist schlechten Geschichten bedrängen uns mit kakophonen Sinneseindrücken, denen wir dann nur noch entkommen wollen. Weicht man ihnen hier erfolgreich aus, schlagen sie einem an anderen Stellen von vielen Seiten erneut entgegen. 

Es gibt aber immer wieder Momente, in denen wir einen Erzähler klar identifizieren, innehalten, ihm unsere Aufmerksamkeit gerne und nahezu ungeteilt schenken, das Erzählte in uns tragen, als könnte man diese Geschichte nie wieder hören und damit einen großen Verlust erleiden.
Sinn haben und Sinn geben
Erfolgreiche Geschichten haben zumeist einen Akteur, mit dem man sich identifizieren oder ihn verehren kann. Solche Geschichten transportieren Werte – glaubhaft, sinnlich, sinnstiftend. Aus solchen Geschichten, die wir im Marketing Stories nennen, entstehen im besten Fall Narrative. Narrative sind sinnstiftende Erzählmotive, die Orientierung für ganze Kultirkreise oder gesellschaftliche Gruppen vermitteln. In einer Gesellschaft, die mehr und mehr Sinn sucht, haben Narrative eine große Begehrlichkeit.
Das bedeutet, hat man ein Narrativ, muss man sich um dessen Verbreitung fast nur noch lenkend kümmern, denn Narrative werden hungrig aufgenommen. Hungrig vom Gehirn jedes Einzelnen, weil nichts leichter und schneller im Gehirn verankert werden kann, als gute Geschichten – die dann auch noch extrem lange im Gehirn verbleiben.
Geschichte ist aber nicht gleich Geschichte und nicht jede Geschichte wird automatisch zu einem Narrativ. Nur die besten erheben sich aus der Kakophonie der werbenden Schreier, Plapperer und Plauderer. Und warum? Weil sie authentisch sind, also wahrhaftig, weil sie neurophysiologisch in Wort und Bild optimiert sind, damit Botschaft und deren Zeichen auch biologisch für das Gehirn perfekt aufbereitet sind.
Das hört sich so nach Chemiebaukasten und Retorte an. Ist es aber nicht. Möchte man ein Lagerfeuer machen, wird auch das nur gut, wenn man das richtige Holz optimal aufbaut, und das Feuer begleitet. Nur so wirkt es sofort und möglichst lange. Es bedeutet, dass man aktuelles Wissen aus der Hirnforschung, der Evolutionspsychologie und anderer Wissenschaften anwendet. Am Ende steht eine Story und ein Narrativ, dass leicht und smart erscheint und scheinbar spielerisch wirkt – manche für immer.
Gerne prüfen wir, ob Ihre Marke genug Lagerfeuer hat, ein Narrativ entwickeln zu können. Für das erste Gespräch bringen wir sicherheitshalber ein Lagerfeuer mit. Später haben Sie dann ganz sicher Ihr eigenes.

Jörg Kremer ist Werber, Neuromarketer und Entwickler des Neuromarketingskonzepts biology first. Er startete früh mit einer Agentur für Corporate Design, entwickelte sich konsequent zum Corporate Advertiser, für den schon in den frühen Anfängen das Internet fest zur Kommunikation dazugehörte. Das alles bündelte er in einer Full Service Agentur. Zur Jahrtausendwende widmete sich Kremer dem neu entstehende Wissen in der Hirnforschung und der Evolutionspsychologie und entwickelte das Neuromarketingkonzept biology first. Heute gilt er unter dem Label Kremer und Konsorten als Spezialist für Neuromarketing mit einzigartig umfangreichem Umsetzungswissen in vielen Branchen und nahezu jeder Anwendungssituation. Kremer hat vier Kinder und lebt heute mit seiner Lebenspartnerin Carmen Bußmann im Ruhrgebiet.

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