Archiv für die Kategorie 'Konsortenwort zum Montag'

Konsortenwort zum Montag: “viertelnachacht”

Jörg Kremer am 8. März 2010

Guten Montag!

Die Konsorten-Klassiktage der Kommunikation finden vom 8. bis zum 12. März hier bei uns statt. Was passiert denn hier? Und wann?

Jeden Tag werden Sie hier etwas auf die Augen und ins Hirn bekommen. Texte, Bilder und eventuell auch mal einen Film. Und da sind wir auch schon bei dem Medium, das für alle Veröffentlichungen in dieser Woche die Zeit des Erscheinens vorgibt. Früher gab es eine magische Uhrzeit für Filme. Das war “viertelnachacht”! Man sah sich die wichtigste Nachrichtensendung des Tages an und dann kam DER Film. In dieser Woche kommt jeden Tag um “viertelnachacht” DER Beitrag.

Unserer Bitte, uns Statements zur guten, “alten” Werbung zu schicken, sind viele Nachgekommen. Die werden sich in den Texten wiederfinden. Für das Engagement vorab schon mal ein erster Dank.

Diskutieren können wir, wenn gewünscht, auf allen Kanälen. Hier unter den Beiträgen, auf facebook und für ganz heimliche oder unheimliche Themen auch auf formspring.me. Wir freuen uns.


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Konsortenwort zum Montag: Ich bin Dein Hirst, Dir wird nicht mangeln

Jörg Kremer am 28. Februar 2010

Guten Montag,

für beinahe jede Situation unseres Lebens hat ja irgendein Denker schon einen passenden Satz formuliert. Voltaire hat erklärt, dass alles, was eine Erklärung braucht, einer Erklärung nicht wert ist.

Wie oft habe ich das mit variierenden Worte schon gedacht. Und immer wieder, wenn ich Kunst schaue. Ich habe Hirst in Zürich gesehen und da war er wieder, dieser Gedanke. Halb habe ich ihn geholt, halb kam er mir entgegen.

Kunst, im Nachhinein mit Geschichten rund um die Entstehung und aus der Zeit, in der die Kunst entstand, ergänzt, kann die Gedanken in wundersamer Weise katalysieren. Wenn aber die Erklärung vorab zur Notwendigkeit wird, um Kunst zu schauen und zu verstehen, gar verstehen zu können, denke ich: Lieber Künstler, Du hast einen schlechten Job gemacht. (Man kann sich natürlich fragen, ob man Kunst wirklich immer verstehen können muss oder darf?)

Ich stelle mir den Künstler vor, wie er, unter dem Druck seines Sendungsbewusstseins leidend, sich die Kunst aus dem Innersten gedrückt hat. Geburt. Dann die Ernüchterung. Vater und Mutter sind nicht erkennbar, die diese Arbeit gezeugt haben.

Schon ist eine Armada von Intellektuellen Vorkäuern da, um doch Ähnlichkeiten und Absichten zu erkennen. Meist in einer dem Volke völlig unzugänglichen Sprache. Manchmal möchte man sie abschütteln – wie Fliegen.

Damian Hirst, Kunstfabrikant wie Warhol, nur fabrikantiger (obwohl er gerade beginnt den Pinsel zu führen) hat diese Gedanken provoziert. Gibt uns aber keine Antworten. Denn ein kommerzieller Künstler wie er, macht auch Kunst, um ihr erst danach den Geruch aufzusprühen, auf den die Kulturelite sich stürzt, wie Geier auf Aas. Niemandem wird es mangeln, er bedient sie alle, damit es ihm nicht mangelt. Dem Fabrikanten.

Was bringen Ihnen diese Worte an genau diesem Montag? Wenn es eine Erklärung braucht…

Voltair kann auch richtig schlecht sein.

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Konsortenwort zum Montag

Jörg Kremer am 21. Februar 2010

Guten Montag!

Zuerst wollten wir einen Text für diesen Beitrag samplen. Sampling, erfahren wir in diesen Tagen der helenisierten Welt, ist korrekt, abschreiben nicht. Die Zeit erwähnt in diesem Zusammenhang dann noch, dass selbst große Literaten seit eh und je Sampling betrieben haben.

Wie die alten Männer im Holzmedienmanagement Angst vor jungen, mobilen, digitalen Eindringlingen haben, sind jetzt auch die alten Herren der Feuilletons ängstlich geworden. Was, wenn Literatur im Hegemann-Style, die Literaturform der Zukunft ist? Kann ein Literaturkritiker alten Schlags, das überhaupt noch lesen, verstehen, geschweige denn bewerten?

Die Diskussion, die hier stattfindet, ist ein weiteres Indiz für eine gravierende Veränderung der Informationsgesellschaft. Die alten Türsteher und Zeremonienmeister haben nicht mehr die einzigen Schlüssel zu den Räumen, die sie bewachen und zu denen sie in der Vergangenheit selektiv Zugang gewährt haben. Und die Zeremonie hat sich ohne ihr Einverständnis einfach so geändert.

Die Welt ist verrückt.

Schön!

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Konsortenwort zum Montag: iBelieve

Jörg Kremer am 7. Februar 2010

Guten Montag!

Je mehr wir Konsorten die Faszination der Präsentation des iPads durch Mr. Jobs hinter uns lassen, desto klarer wird das reale Bild der Veränderung, die das iPad auslösen wird.

Der Hype vor der Präsentation hat viele dazu verleitet, ein technologisches Wunder zu erwarten. Die übliche Gigantomanie der Nerds sollte aber nicht befriedigt werden. Das iPad hat eine ganz andere Gigantomanie im Fokus. Die des Massenmarktes. Deshalb ist es nur da technologisch hochentwickelt, wo es der Masse dienlich ist. Das gilt für die Hardware, wie auch für die Software. Wo die Masse vor zu viel Technik zurückschrecken könnte, nimmt sich das iPad diskret zurück. Wo ein Apple-User zu einem verschwitzten Windows-User mutieren müsste, wird das iPad so viel Apple wie möglich.

Schon jetzt hat man die Ads von Apple vor Augen, wo der “PC” mit irgendwelchen technischen Höchstleistungen mit unverständlichem Nerd-Wortschatz redet, “Apple” daneben einfach nur smart lächelnd funktioniert und Herzen einfängt.

Die Zukunft gehört denen, die nichts von Technik verstehen und sie dennoch nutzen können, als wären Sie die Nerds der guten, alten “Vor-iPad-Zeit”! Die Nerds werden das nicht mögen und werden es in ihren Zentralorganen in den Holz- und Digitalmedien laut zum Ausdruck bringen. So lange es die noch gibt. Es wird Ihnen nichts nützen.

Das Fazit: Die Beruhigung nach der Präsentation ist eine Aufregung, wie sie größer kaum sein könnte. Aus diesem Anlass hat die Trilogie “Kommunikationsphantasie in drei Sätzen” auch eine unerwartete Wendung genommen. Teil eins und zwei haben weiterhin Bestand, Teil drei wurde aber völlig überarbeitet und um die Beruhigung und anschließende Aufregung erweitert.

In wenigen Stunden erscheint der dritte Teil der Trilogie “Kommunikationsphantasie in drei Sätzen”. Dann wissen Sie noch mehr als die anderen. Ihr Montag wird noch richtig gut!

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Konsortenwort am Montag: Stressphantasie, Phantasiestress

Jörg Kremer am 31. Januar 2010

Guten Montag!

Es wird ein spannender Tag. Ab 10 Uhr lesen Sie hier ausufernde Gedanken, so die Ufer einer DIN A4 Seite in 12 Punkt und mit einskommafünffachem Zeilenabstand gefüllt, das zulässt, zum Thema Stress. Es ist eine Phantasie zum Thema Stress – eine Stressphantasie – mit bitterem Realitätsbezug, den mancher bei sich völlig überraschend entdecken wird. Aber daran lässt sich was drehen. Lesen Sie selbst.

Ab 14 Uhr erwartet Sie hier der erste Teil der Trilogie “Kommunikationsphantasie in drei Sätzen”. Die Ankündigung letzte Woche hat Phantasiestress ausgelöst. Tausende Informationen der letzten zwanzig Jahre, um zigtausende der letzten 3 Tage angereichert, sollen eine Phantasie zum Thema Kommunikation entstehen lassen. Ergebnisoffen. Das war Phantasiestress. Freitag, nachdem Mittwoch der zweite Teil veröffentlicht wurde, wird der Kommunikationsdreisatz formuliert sein.

Nach 14 Uhr ist dann einfach nur noch Montag. Um den Rest des Tages müssen Sie sich dann selbst kümmern!

Ihnen einen schönen…

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