Ein Mann wie Trump, so schlecht er sich auch präsentieren mag, so schlecht er auch ist, fasziniert leider auch den einen oder anderen. Die Idee, seine Art der „Volksnähe“ für Volksmarken zu nutzen, die sich volksnah geben, ich denke da an „ich bin doch nicht blöd“-Marken, liegt da gar nicht so weit weg. Passierte das, wäre das fatal, denn es würde die Kommunikation in der Gesellschaft leichtfüßig und unterhaltsam in Richtung Populismus drängen.

Das ist grundsätzlich schon schlimm genug, kann in einem Wahljahr sogar Kräfte stärken, die in Deutschland nicht zu stark werden dürfen. Wer sich sinngemäß zu Formulierungen wie „mach Dein Leben wieder groß“, „mach Dein Wohnen wieder groß“, „mach Dich wieder groß“ und ähnlichen Trumpismen hinreißen lässt, fördert eine gesellschaftliche Bewegung, die jäh vor einer Wand enden könnte. Mit Totalschaden.

Ja, jetzt zieren sich die Verantwortlichen in Marketing und Kommunikation noch, aber falls Trump auch nur einen einzigen Papyrussieg erringt, könnten die Dämme brechen. Wer auch immer zuerst mit einem Trumpismus in ein Gespräch zwischen Agentur und Marketingabteilung geht, sollte vom jeweiligen Gesprächspartner klar ausgebremst werden. Das schont langfristig die Marken, die Gesellschaft und den Ruf der Kommunikationsbranche, der man dann nicht vorwerfen kann, sich für nichts zu schade zu sein.

Sie denken, diese Gedanken gehen zu weit und sind etwas zu hypochondrisch, bei der Betrachtung der Trump-Krankheit. Ich werde an dieser Stelle daran erinnern, wenn die ersten meinen in der Kommunikation rum-Trump-eln zu können.

Nachtrag
Manche ekeln sich vor nichts: Wer findet einen schlechten Trump, der jovial an Frauen rumfummelt, absatzfördernd? Wie kann ein solcher Spot einer Marke einen Mehrwert geben? klarmobil findet Trump toll. klarmobil möchte als schmierige Marke mit offensichtlicher Frauenverachtung wahrgenommen werden? Geschafft!

Jörg Kremer ist Werber, Neuromarketer und Entwickler des Neuromarketingskonzepts biology first. Er startete früh mit einer Agentur für Corporate Design, entwickelte sich konsequent zum Corporate Advertiser, für den schon in den frühen Anfängen das Internet fest zur Kommunikation dazugehörte. Das alles bündelte er in einer Full Service Agentur. Zur Jahrtausendwende widmete sich Kremer dem neu entstehende Wissen in der Hirnforschung und der Evolutionspsychologie und entwickelte das Neuromarketingkonzept biology first. Heute gilt er unter dem Label Kremer und Konsorten als Spezialist für Neuromarketing mit einzigartig umfangreichem Umsetzungswissen in vielen Branchen und nahezu jeder Anwendungssituation. Kremer hat vier Kinder und lebt heute mit seiner Lebenspartnerin Carmen Bußmann im Ruhrgebiet.

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