
Guten Montag!
“Automatenversorgung”
Kann der Mensch automatisch leben? Ja! Geld gegen automatisches Leben heißt das Konzept. Senkrecht sorgen Münzen, waagerecht der Schein fürs Überleben. Maschinengetränke wärmen kalte Tage, kühlen sommerliche und sportliche Hitze.
Der Automat ist aber nicht Vollautomat. Er will penibel bedient werden. Dafür hält er uns sogar Anleitungen in Augenhöhe vor. Was uns gemeinhin als automater Service angeboten wird, will alle Aufmerksamkeit, detailverliebte, hingebungsvolle Bedienung, um dann mit plumper Geräuschkulisse und Griffen in Produktklappen und Geldausgabefächer, die Mut erfordern, jeden Servicedurstigen ins nichtautomatische Leben zu entlassen.
Der Durst des Lebens ist also stillbar. Doch was ist mit des Lebens Hunger? Er wird automatisch meist nur versüßt. Die Produktspiralen der zeitgeistigsten, mechanischen Ammen schrauben nur Süßes, Fettiges, Salziges und Überflüssiges ins Leben vor der Panzerglasscheibe. Der damit Ernährte wäre automatisch und schnell nicht mehr fähig, den Weg zum automatischen Service zu bewältigen. Käme ihm der automatische Service dann entgegen? Nein, er würde kalt und arrogant verharren.
Automatenversorgung benötigt einen Paradigmenwechsel. Noch wird der Automat vom Nutzer besucht und bedient. Der Automat wird sogar versorgt. Was überall für Service steht, steht groß, meist hässlich, da, wo Service fehlt. Der Automat ist das fatamorgane Abbild einer völlig überlebten Servicehaltung. Der nur noch als Spiegelung längst verkommener Werte in der Servicewüste flimmert. Automaten sollten sich an Automaten versorgen. Die Automatenversorger den Menschen. Das Leben wäre automatisch besser.
(DIN A4 Gedanken sind Wortübungen rund um ein Wort, eine Beobachtung, einen flüchtigen Gedanken, eine erlebte Zumutung oder ein überragendes Ereigniss. Manchmal auch nur Ventil für ein zu reges Gehirn. Nie real. Und wenn doch, dann dramatisch überhöht. Bei 12 Punkt Schriftgröße und einem 1.5-fachen Zeilenabstand maximal eine DIN A4 Seite lang. Sinnlos. Und das ist der Sinn.)
Ich wünsche ganz automatisch eine schöne Woche.
Uns interessiert, wie Sie darüber denken!