Das ist der zweite Beitrag zum Thema Lena hier bei den Konsorten. Zu viel für einen Agenturblog? Nein!
Lena wird dort immer besser, wo andere vor lauter Panik nur noch mit Inkontinenzwindeln rumlaufen. Kurz vor dem Grand Prix, der weltweit größten TV-Musikproduktion und der zweitgrößten TV-Produktion der Welt nach dem Super Bowl. Das hätten Sie nicht gedacht? Ich auch nicht. Steht die Musik doch im krassen Gegensatz zu diesen gigantischen Dimensionen. Denn musikalisch wird eher gevolkstümelt. Kleine Musik auf großer Bühne.
Beschäftigt man sich mal ein paar Minuten mit dem Geschehen im Vorfeld des Grand Prix, sieht man viel Einstudiertes. Geübte Musik, geübte Pressegespräche, geübte Bühnenschritte, geübte Blicke und geübte Lässigkeit – mit Tröpfchen in der Windel.
Dazwischen Lena, die ich eigentlich lieber mit ganzem Namen benenne, Meyer-Landrut. Ungeübt gewitzt, ungeübt beweglich – mit Hirn und Körper.
Jetzt kommt der gewagte und doch sinnvolle Übergang zur Kommunikation.
Viele Marken werden sehr geübt kommuniziert, mit Wissen vollgepumpt präsentiert, jede Regung einstudiert und in kalkulierten Dosen genau auf die richtigen Menschen im exakt richtigen Moment losgelassen. Ja, alles wird richtig gemacht und erstickt genau in dieser glatten Richtigkeit.
Wissen muss man wirklich alles, man muss es aber im richtigen Moment vergessen oder elegant mit dem Wissen brechen, meinetwegen auch naiv. Denn dann entstehen Begegnungen mit großem Momentum. Die große Kunst besteht darin, Marken im richtigen Moment dosiert das falsche machen zu lassen. Oder nichts. Gerne auch das genaue Gegenteil.
So funktioniert die Marke Lena. Auf die Frage, ob und wie sie Lampenfieber hat, verzieht sie das Gesicht zur Fratze und stößt einen Uuargh-Laut aus. Alle Antworten anderer Sternchen gehen in der Belanglosigkeit der fleißig geübten Erklärung unter. Das Uuargh ziert zahllose Überschriften in ganz Europa.
Wir möchten Ihnen nicht raten, Uuargh-Markenlaute von sich zu geben, aber wir möchten Ihnen raten, dem akademisch komponierten Marketinggesang, emotional und intellektuell überraschende Laute hinzuzufügen. Genau die Töne, die ein eifriger Komponist in Lenas Oslo-Beitrag so gnadenlos verrissen hat und dem Lied deshalb keine Chance gab. Oder einfach mal still zu sein, wenn alle schreien, zu schreien, wenn alle Still sind.
Das nennen wir dann Konsorten-Marketing.
Uns interessiert, wie Sie darüber denken!