“Nowness” heißt das Phänomen, dem wir uns mit der deutschen Übersetzung “Jetztheit” jetzt und in den nächsten Tagen und Wochen widmen werden.
“Nowness” beschreibt das Lebensgefühl und Gesellschaftsphänomen, das einer ununterbrochenen Verbindung zum sozialen, lokalen, globalen, wirtschaftlichen, politischen und spirituellen Jetzt entspringt. “Jetztheit” ist die Möglichkeit, alles in Echtzeit wissen und teilen zu können. Die Generation, die mit dem Internet aufgewachsen ist, ist mit “Jetztheit” groß geworden. “Jetztheit” ist für diese so geprägte Generation ein wesentliches Lebensgefühl. “Jetztheit” macht jeden Moment extrem intensiv, weil er nicht nur eine persönliche Erlebnisdimension hat, sondern zig, hunderte, tausende Dimensionen. “Jetztheit” ist geprägt von einer völlig neuen Qualität des Erlebens von Verbundenheit, mit dem Wissen, Fühlen und Geschehen der Welt in selbst definierter Größe und selbst bestimmtem Umfang.
Hat die jetzige Elterngeneration als Kind das Jetzt nur persönlich und maximal im engsten, sozialen Umfeld erlebt und jede weitere Dimension des Jetzt erst zur Tagesschau um 20 Uhr oder in der Zeitung des Folgetages sowie bei der nächsten Party oder Familienfeier erfahren, Erlebt die Generation-”jetzt” das persönliche Jetzt immer und überall in der Verbindung mit der gesamten sozialen, intellektuellen, aber auch banalen Kraft der gesamten “befreundeten” und selbst gewählten Welt. Per Internet. In Echtzeit.
“Jetztheit” wird sich mit all seiner Echtzeitintensität und -Attraktivität auf alle Bereiche des Lebens auswirken. Diese Generation wird so auch eine völlig neue Konsumentengeneration sein. “Jetzt”-Konsum hat nicht mehr nur die Dimension Produkt. Er hat auch die Dimensionen Herkunft, Wirkung, Bewertung, Finanzierung, Gemeinschaft, Engagement und das alles direkt im Moment des Konsums. Kommunikation wird sich ändern, Vertrieb wird sich ändern, Produkte und die damit verbundenen Geldströme werden sich ändern.
Das Lebensgefühl “Jetztheit” ist nur für sehr wenige der Elterngeneration der Generation-”jetzt” wirklich nachvollziehbar. Und genau das empfindet die Genaration-”jetzt” als besonders gut und pflegt dies. Ist es doch ein endlich gefundenes Merkmal zur Abgrenzung zu dieser Elterngeneration, die ansonsten kaum Abgrenzungsmöglichkeiten bietet. Das wird dazu führen, dass “Jetztheit” noch schneller und intensiver gelebt und gefühlt wird, als es die Technik ohnehin zur Zeit schon zulässt. Die Generation-”Jetzt” wird vor den langsam folgenden Eltern eines Tages auch facebook verlassen, wenn facebook dem Drang zur Abgrenzung keine Ventile bieten wird. Die Reinheit der “Jetztzeit” sucht immer neue Kanäle. Selbst die mediale Inszenierung der Lust am Land durch “Landlust” drängt ein früher nur von Witterung getriebenes Thema brachial in den Erwartungssog der Zielgruppe, die dem Thema “Jetztheit” abverlangt.
Selbst der Luxusmarkt, der sich ehemals durch Langlebigkeit und Beständigkeit auszeichnete, ergibt sich der “Jetztheit”! Der französische Luxuskonzern LVMH hat das online Luxus-Magazin Nowness im Februar gelauncht. Tradition mit großer “Jetztheit”! Passt das? Es muss!
Diese gesellschaftliche Energie der “Jetztheit” trifft genau jetzt auf eine sich rasant vervollkommnende Technik, die das Jetzt und Echtzeit nahezu perfekt lebbar und erlebbar werden lässt. Wer treibende und wer folgende Kraft ist, ist kaum von einander abgrenzbar. Es ist ein in sich verwobenes Ziehen und Schieben. Nur die Richtung ist eindeutig.
Man kann diese Entwicklung gut oder schlecht finden. Sich vor ihr zu verschließen, wäre aber ein fataler Fehler. Ist diese Entwicklung doch um den Faktor 10 schneller, als es die Entwicklung ins Internetzeitalter war. Wer in Politik, Kultur und natürlich auch in der Wirtschaft innehält, zögert, sich wohlmöglich gegen “Jetztheit” sperrt, wird schlicht überholt. Denn man ist heute – bei so viel “Jetztheit” – viel schneller im Gestern, als dies in allen Zeiten möglich war. Hieß es früher “Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern”, ist heute nichts älter als ein Tweet, der nicht mehr in der sichtbaren Timeline ist – und das kann oft nur Minuten dauern. Wer facebook nutzt, der weiß, wie weit weg ein Beitrag ist, den man nur noch per Klick auf “ältere Beiträge” erreichen kann. Und da landen Beiträge bei viel Aktivität oft auch schon nach Minuten. Wer hat nicht schon auf Spiegel online geklickt und war enttäuscht, dass es nichts Neues zu lesen gibt. Man wundert sich, dass auf der ganzen Welt nicht genug passiert, dass das individuelle Jetzt nicht mit der Jetztheit angereichert werden könnte. Man stelle sich den Druck in den Medien und Marken vor, die gezielt die Generation anspricht, die die Kinder der Spiegel online Leser sind.
Wer die “Jetztheit” dieser Generation annimmt und versteht und dieses Phänomen in seinem Businesscases, in der Kommunikation und im Vertrieb verankert, dem gehört eine ganze Generation – die Zukunft, die jetzt schon “Jetztheit” ist.
Konsorten verankern “Jetztheit” in Ihrem Unternehmen. Und wir versprechen Ihnen, es wird sehr spannend. Für Sie, für Ihre Kunden und Ihre Erträge.
Jetzt noch nicht? Na dann viel Glück!
“Jetztheit”-Empfehlung: Zu diesem Thema empfehlen wir tausende Seiten im Internet unter dem Suchbegriff “nowness”, die brandeins 04/2010, weitere Artikel in den nächsten Wochen hier bei uns sowie diesen Film auf youtube.

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