2. Tag der Konsorten-Klassiktage der Kommunikation: Vom Faustkampf und den Massenvernichtungswaffen in der Kommunikation

Nach der Tagesschau kommt noch schnell die Wetterkarte und dann direkt der 2. Tag der Konsorten-Klassiktage der Kommunikation. Wein, Bier, Schnittchen, Beine hoch und…viel Spaß.

Über facebook, xing und twitter hatten wir um Statements zu den Konsorten-Klassiktagen der Kommunikation gebeten. Neben vielen kurzen Statements erreichte uns auch das von Markus Walter, Geschäftsführender Gesellschafter der Walter Visuelle PR GmbH. Wir veröffentlichen seinen Beitrag als “Faustkampf” Mann gegen Mann.

Markus Walter: “Die „Alte Werbung“ gibt es nicht – klassische Werbung hat in der Gegenwart eine Lebensberechtigung. Der Mix macht’s – nämlich der Mix aus klassischen Maßnahmen und Social Networks… Wichtig ist es, für jedes Unternehmen zu analysieren, wo und wie man seine Zielgruppe erreichen kann. Die Antworten werden sehr individuell ausfallen, und daher müssen auch Marketingaktionen sehr individuell sein. Eine wichtige Empfehlung aus meiner Sicht ist es, auf keinem der Marketingkanäle mehr stumpfsinnige Werbeparolen abzuspulen oder Ideen 1:1 abzukupfern, wie es viele andere tun.

Kremer und Konsorten: Der klassischen Werbung eine Lebensberechtigung zuzusprechen, ist Wertung genug. Vor nicht langer Zeit hat man diese Lebensberechtigung noch dem Internet zugesprochen. Das ist ein handfester Paradigmenwechsel.

Dass Kommunikation sich im Stil dramatisch verändert hat, war Thema des 1. Tages der “Konsorten-Klassiktage der Kommunikation”. Konnte man früher einfach stumpfsinnige Werbeparolen senden? Oder haben wir das gar nicht so empfunden? Waren Erwartung und Anspruch bei Sender und Empfänger anders? Dass heute stumpfsinnige Werbeparolen nicht mehr funktionieren ist aristotelischer Common Sense. Ausser, man setzt dazu eine klare Gegenposition und kultiviert die stumpfsinnige Parole bis zum Exzess (Media Markt). Doch das erfordert Mut oder Potenz – am besten beides.

Markus Walter: “Woran man sich orientieren sollte, ist dass der persönliche Dialog und die Interaktion immer wichtiger werden – eine Folge der Social Networks, die man aber auch auf herkömmliches Marketing übertragen kann. Vorteil der digitalen Gegenwart ist für eine zielgerichtete Interessentenansprache, dass potenzielle Kunden sehr viel schneller identifiziert sind und man zahlreiche Informationen im Netz über sie finden kann.

Kremer und Konsorten: Drängen die neuen technischen Möglichkeiten so extrem in den persönlichen Dialog? Oder ist es der Wunsch der Menschen? Ist es ein Grundbedürfnis? Oder ist es eine Erscheinung? Werden wir uns nicht irgendwann verplappern? Ist es die Gier der Wirtschaft, alles wissen und haben zu wollen? Oder ist es die Lust des Menschen, alles geben zu können? Huhn oder Ei? Was war zuerst? Man muss das nicht beantworten und kann es einfach machen – exzessiv persönlich kommunizieren. Wenn man aber nach Antworten sucht, könnte man neue Wege erkennen, die in dem Geplapper des Mainstreams wieder unique sein können.

Markus Walter: “Dazu ein Beispiel: Ein Kunde (61  Jahre, Geschäftsführer eines IT-Unternehmens aber auch sehr guter Bekannter) hat kürzlich erzählt, wie er als Vertriebler früher – also so vor 30-40 Jahren – seine Kunden gewonnen hat. Nur kurz zur Erinnerung, damals gab es kein Internet… ;-) Tage lang hat er seine Zielperson „gescannt“ um Berufliches, wie auch Privates in Erfahrung zu bringen: Welche Systemlandschaft hat er, wann kommt und geht seine Sekretärin, was sind seine Hobbys, hat er Kinder, in welchen Vereinen ist er und so weiter… Sein Ziel war es, perfekt auf einen einzigen Anruf vorbereitet zu sein, um einen Gesprächstermin zu bekommen. Und diese Strategie ging damals wunderbar auf!”

Kremer und Konsorten: Das ist der “Kampf” Mann gegen Mann (gerne auch Frau gegen Frau). Da sieht man sich ins Gesicht, sieht das Leid oder die Freude. Erfolg und Niederlage sind anfassbar. Die Kommunikation heute, wenn man an das Mann gegen Mann-Bild anschließen möchte, ist eher eine Massenvernichtungswaffe. Freund und Feind kennen alles von einander, kennen sich aber nicht. Der “Kampf” wird anonym und erfährt zahlreiche Auswüchse.

Markus Walter: “Auch heute kann man Interessenten noch durch ein cleveres Vorgehen verblüffen. Gerne empfehle ich beispielsweise eine sogenannte „Edel-Akquise“. Hierfür wählt man z.B. 30 Unternehmen als Wunschkunden aus. Für die Recherche lassen sich zum Beispiel Xing, Foren, Blogs, Facebook etc. hervorragend nutzen. Ansprechpartner in den relevanten Positionen werden mit etwas Besonderem (vielleicht einem hochwertigem Giveaway) gezielt kontaktiert. Parallel kann man Aktionen über Printmedien mit Pressearbeit und Anzeigen und auch über Social Media gezielt begleiten.”

Kremer und Konsorten: Mann gegen Mann geht immer. Der Königsweg scheint es zu sein, das persönliche Kennen digital auf höchstem Niveau zu imitieren. Warum denken wir jetzt an Avatar? Warum war Avatar so erfolgreich? Das ist ein anderes Thema.

Markus Walter: „Richtig oder Falsch“, „1 oder 0“, „klassische oder digitale Medien“ oder ähnliche Kontrastprogramme gibt es im Marketing heute nicht.  Scannt eure Zielgruppe (oder die Eurer Kunden), werdet kreativ und Ihr werdet Erfolge ernten…”

Kremer und Konsorten: Ja, so einfach ist das! Und jetzt ab aufs Feld. Ernten!

Welche Auswirkungen veränderte Werbeformen, so auch ein möglicher Rückgang klassischer Werbung, auf unsere Umwelt haben, diskutieren wir morgen.

Gute Nacht!

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14 Responses to 2. Tag der Konsorten-Klassiktage der Kommunikation: Vom Faustkampf und den Massenvernichtungswaffen in der Kommunikation

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  4. Jörg Kremer says:

    Wenn man dem Zeitgeist entspricht… Sind das denn nicht auch Bilder, die man sich selbst von seiner Welt macht und die man dann zu Grunde legt?

    Keine Bilder im Sinne eines Vorurteils aufkommen zu lassen, halte ich für unmöglich. Mann kann sie nur mehr oder weniger unterdrücken. Oder ist das das Luxusproblem der Augentiere, die die gesamte Welt in Postkarten einteilen?

    Dann die Frage, muss es denn so sein, dass man, hat man eigene Bilder, nicht auch fremde zulassen kann?

    Kan man die beiden Bilder nicht übereinander legen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede zusammen suchen?

    Wir schweifen ab. Eventuell verlegen wir die Diskussion auf Emails.

  5. michler says:

    noch ein letzter Satz, dann bin ich auch ruhig ;-)
    Es hilft, glaube ich, wenn etwas Materielles hinter den Gedanken steckt. Wir können gerne über der Rolle der Spiegelneuronen weiterdiskutieren :-)

  6. michler says:

    natürlich nicht im Sinne von sich verbiegen (lassen) zu wollen. einfach ein bißchen mehr fühlen zu wollen, was andere, die Welt um einen herum fühlt. Dann bekommt man einfach viel mehr Möglichkeiten Kreativität mit Erfolg zu leben.

  7. michler says:

    wenn der Kunde leidet ,kriegst man keinen Auftrag! oder hat keinen Erfolg. Man muss! seine Bilder auch empfangen und einbauen! Ganz alleine mit den eigenen Bildern ist man ein freischaffender Künstler. Geht natürlich auch. Aber selbst in der Kunst ist Erfolg nur dann da, wenn man im richtigen Augenblick, dem Zeitgeist entsprechend was ins Leben rufst.

  8. Jörg Kremer says:

    Ist es ja auch. Aber entgegen der Theorie, keine voreiligen Bilder im Kopf haben zu dürfen, habe ich meine Realität und die ist Weltmeister im Produzieren von Bildern, die mir immer und sofort in den Kopf gebeamt werden. Auf der einen Seite lebt man als Werber davon, auf der anderen Seite muss man, wie hier, darunter leiden. Nicht ich, sondern mein Gegenüber.

  9. michler says:

    es ist doch total faszinierend und spannend auf das Ergebnis zu zusteuern ! nicht langweilig!

  10. Jörg Kremer says:

    Jetzt bin ich natürlich völlig gehemmt in meiner Reaktion. Ich darf dies nicht, das nicht, jenes nicht. Das ist ja alles richtig, was ich da lese. Ich habe nur gerade so ein Bild von zwei liebevoll lächelnden Menschen vor mir, die sich auf diese Art und Weise begegnen. Ruhe, Glätte, Sanftheit, Zartheit, Wohlwollen, Liebe…ich spüre einen Hauch von Langeweile. Ich weiß, kein Zynismus. Keine Vorverurteilung. Kremer, Ruhe jetzt!

    Ich habe in einem der unzählbaren Museumsshops, die ich in meinem Leben lustvoll besucht habe, den Spruch gelesen, die ersten 50 Jahre sind Text, die zweiten 50 Jahre sind Kommentar. Ich muss noch etwas warten, dann darf ich, weil ich in die Kommentarphase komme, hemmungslos kommentieren.

    Jetzt bin ich ruhig! Wirklich! Ja! Echt!

  11. michler says:

    …der wichtigste und allererste Schritt ist, daran zu glauben, daß es funktioniert. Danach den eigenen Zynismus (absolut kontraproduktiv!) sofort vom ersten Augenblick an abstellen.
    Der Gegenseite mit Wohlwollen, liebevoll begegnen. Sich selbst von Anfang an nicht ! in den Vordergrund stellen zu wollen (umso mehr kann man später brillieren)! Den Auftraggeber unbedingt wirklich PERSÖNLICH sprechen, ihn wie einem echten Freund begegnen, als einzigartigen Menschen wahrnehmen und akzeptieren wollen und können. Man darf sich KEINERLEI negatives Urteil über ihn im Inneren erlauben. Die Zielgruppe natürlich durch andere Infos VERSTEHEN wollen. Auch hier ohne irgendeine herablassende innere Bewertung zuzulassen (entscheidend, wichtig!, zieht sofort das gleiche auf uns zurück!). Das Wunder ist das Ergebnis. Wie einfach und sicher alles danach einem zufließt!

  12. Jörg Kremer says:

    Wer Gespräche führen möchte, wirkliche Gespräche, muss zuhören können und zuhören wollen. Das hat der Dalai Lama für die Nachwelt noch mal in Lächelbeton gegossen. Meinen Dank hat er. Ist es doch immer hilfreich, gesunden Menschenverstand an große Namen kleben und somit hörbarer und sichtbarer machen zu können.

    In der Kommunikation entsteht die Frage, wie hört man zu? Digital? Persönlich? In Gruppen? Heimlich? Offiziell? Unter falschem Namen oder in Verkleidung? oder ganz selbst? Hört man vorher hin und beginnt das Gespräch mit Wissen? Oder beginnt man das Gespräch, um Wissen zu bekommen, um darüber ein Gespräch fortsetzen zu können? ist man auf Augenhöhe oder nutzt man ein smartes oben/unten?

    Und die Frage aller Fragen. In welchem Medium entstehen die besten Lieder? Wo singt man alleine, wo im Kanon, und wo sind die Fischerchöre?

    Lasst uns zusammen daran arbeiten, das Wunder zu ergründen, von dem der Dalai Lama redet. Aber ist es dann noch ein Wunder?

  13. michler says:

    Genau. Seit dem “Kommunikationsdreisatz” hab ich´s mir verkniffen, heute hab ich Zeit, will ich doch meinen Senf dazu tun.
    Das ganze Geheimnis ist: Zuhören, zuhören, zuhören!! In welcher Form auch immer. Den Kunden “sprechen” lassen. Sich zurücknehmen und verstehen wollen, was der wirklich denkt und will. Was sein Kunde wirklich denkt und will. Der Rest ist Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, entspannt die Lösung zulassen, und ernten! (ok, bisschen Arbeit ist dazwischen;-)!
    …weil ich es bin, ein Zitat ;-):
    “Wenn Sie wirklich zuhören, dann geschieht ein Wunder. Das Wunder besteht darin, daß Sie ganz bei dem sind, was gesagt wird. Nur wenn man wirklich zuhört, vernimmt man das Lied, das sich hinter den Worten verbirgt.” Der Dalai Lama.

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