DIN A4 Gedanken: Stress

Stress ist Ergebnis und Grund zugleich.

Stress ist körperliches und geistiges Ventil einer fremd- und selbstverantworteten Überlastung auf monoton hohem Niveau. Aber auch das Ergebnis einer Angst des Versagens, die die Differenz zwischen Eigenanspruch, Fremderwartung und von der Natur gnädig bewilligten Fähigkeiten abbildet.

Monotoner kann der Stress nicht sein, als im Lebenskonzept fest verankert. Punktuelle Belastungen kann jedes menschliche Biotop ausgleichen. Die dauernde Verschmutzung an den Ufern Leistungsfähigkeit und Anspruch führen aber dazu, dass das Biotop Mensch nachhaltig leidet. Irgendwann wird das Leid zur definierenden Eigenschaft des individuellen Lebensraumes. Die Schraube des Stresses bohrt sich wie eine Zecke in das Blut dieses Irrweges und nährt sich. Wird größer und praller. Wenn der See der Stimmung gekippt ist, finden die siechenden Wasser über tausende tentakelnde Wege ihre kapilarischen Abwege. So manche Belastung sickert dabei in den umgebenden Grund und taucht als Quellwasser wieder auf. Doch mehr und mehr läuft der kloake Sud über den schwammvollen Boden, macht Strecke und erreicht den nächsten menschlichen See.

Der Dreck wird zum Ebola einer ganzen Region. Und inmitten von Dreck gibt es keine biotopen Selbstreinigungseffekte mehr, die wirkungsvoll Einfluss nehmen können. Doch die Systeme geben sich gelassen. An der Oberfläche. Was kann man gegen den Verschmutzer Stress unternehmen? Seine Existenz versuchen zu minimieren, wo immer er sich fliessend zeigt? Sysiphos! Denn schon der Quell ist kontaminiert.

Die Schleusen schließen, durch die er seuchenartig Einfluss nimmt? Phönix! Denn wie er aus der Asche Dunkelheit und Staub emporsteigt, wird nur der Schleusenschluss mit hellem Duft den Gestank der Verseuchung eindämmen. Das Menschen auf den Schleusen stehen und die Spindel drehen, an der Schleusenschließung arbeiten, muss zuerst als Hilfe verstanden werden. Nicht als kontraenergetisches Drehen, das Energiefluss verhindert. Geduld, im Stress natürlich ein viel zu ruhiges Gefühl, wird abverlangt, weil Schleusenverschluss großer Ausdauer bei so feinen Gewinden bedarf, deren Effektivität nicht in der Geschwindigkeit, sondern in der Kraft liegt.

Und drehen!

(DIN A4 Gedanken sind Wortübungen rund um ein Wort, eine Beobachtung, einen flüchtigen Gedanken, eine erlebte Zumutung oder ein überragendes Ereigniss. Manchmal auch nur Ventil für ein zu reges Gehirn. Nie real. Und wenn doch, dann dramatisch überhöht. Bei 12 Punkt Schriftgröße und einem 1.5-fachen Zeilenabstand maximal eine DIN A4 Seite lang. Sinnlos. Und das ist der Sinn.)

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