Konsortenwort am Montag: Der Mensch ist kein Gadget des Internets – das Web ist nur ein Gadget des Menschen.

Der hier vorgetragene Enthusiasmus für die Nutzung der digitalen Medien hat, zurückblickend, die Deutungsmöglichkeiten der Haltung der Konsorten zum Internet in eine ungewollte Schieflage gebracht.

Nein, wir sind keine willfährigen Helfer und Helfershelfer eines Systems.

Die explizite Formulierung dieser Erkenntnis ist das Ergebnis der Lektüre eines Artikels im Feuilleton der FAZ am Sonntag vom 17. Januar 2010: Warum die Zukunft uns noch braucht, von Jaron Lanier.

Verfolgt man Kremer und Konsorten im Internet, kann man feststellen, wie wir zur digitalen Parallelwelt stehen. Es ist nicht die Welt. Es ist eben nur eine Parallelwelt. Und wir Konsorten stemmen uns, egal wo wir digital auftreten, gegen eine Anpassung des Geistes an das Medium.

In facebook parlieren wir mit unseren Konsorten (vulgo Fans) nicht chatvulgär, sondern bemühen uns und die Konsorten um Schöngeistiges. Man muss facebook nicht in einer verstümmelten Chatsprache verwenden. Man kann und sollte seine eigene Sprache finden. Kremer und Konsorten sind nicht typisch facebook, sondern wir nutzen facebook typisch Kremer und Konsorten. Jaron Lanier erinnert daran, dass man sich nicht so tief beugen sollte, um das Internet von unten wie einen Gott gleich zu bestaunen. Der Mensch ist weitaus höher und sollte lächelnd auf das Internet schauen, wissend, es zu beherrschen, wissend, dass diese digitale Hülle nichts wäre, würden Menschen sie nicht füllen.

Wir unterscheiden grundsätzlich zwischen den kreativen Füllern und den produktiven Verteilern. Beide sind wichtig und bedürfen einander. Die Rolle der Konsorten ist die der kreativen Füller. Brauchen wir Verteiler, machen wir uns die zu eigen.

Bei Twitter agieren die Konsorten auch mit dem Anspruch über den Dingen zu stehen, diese als Gadget zu nutzen und nicht als Humangadget benutzt zu werden. Auch hier zählen wir uns, als “kremerkonsorten”, als “neuromarketeer” oder als als “digitalbohemien” nicht zu den Verteilern, sondern zu den kreativen Füllern dieses technischen Gefässes. Die Anzahl derer ist dort gering. von tausend sind es zehn, die kreativ Gedanken und Inhalte schaffen. Der Rest hechelt diesem Input nach und versucht durch möglichst schnelle Verbreitung etwas vom Glanz abzubekommen.

Unsere Überzeugung ist, die natürlich einer Dynamik unterliegt, die in mehr oder weniger Echtzeit der gesellschaftlichen Entwicklung folgt, das auch unsere Kunden zu genau diesem geringen Prozentsatz von kreativen Füllern gehören sollen, denen der Rest eifrig folgt. Die Haltung zur Nutzung der digitalen Techniken kann nur eine von oben wohlwollend lächelnde sein.

Man darf diese Haltung nicht damit verwechseln, das wir dem User, dem Konsorten, dem Kunden der Kunden, nicht auf Augenhöhe begegnen. Das ist auch uns im Sinne des Ergebnisses wichtig. Aber jeder Kontakt, wo immer wir Konsorten agieren, in eigener oder in Sachen der Kunden, hat immer den Charme von Menschen, von Geist und Schaffenskraft, Gadgets nutzend, ohne zum Gadget des Sytems zu werden.

Wenn, um in dem Bild von Jaron Lanier zu antworten, die Oasen der Qualität in der digitalen Wüste kleiner werden, werden die Konsorten eine Wasserader sein, die nicht versiegt und die Oasen unseren Kunden lustvoll und reichlich versorgt.

Post to Twitter Post to Facebook

Dieser Beitrag wurde unter Konsorten denken frei, Konsorten über Konsorten, Konsortenwort zum Montag abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>