Was in Teil 1 und Teil 2 bisher geschah, lesen Sie hier!
Wo kommen wir denn hin, wenn wir so weitermachen? Diese Frage hat immer etwas Tendenziöses. Man möchte ein “oh Gott” der Frage voran stellen. Denn wenn Gott sprachlich auftritt, bedeutet das, dass wir irgendetwas nicht wirklich verstehen oder erklären können. Wenn Naturvölker die Natur nicht verstehen konnten, bekamen die Ereignisse einen Gottstatus verpasst und waren damit benennbar, gefühlt beherrschbar und man konnte versuchen, den Gott gütig zu stimmen. Ein einfaches, hilfreiches und gutes Modell!
Wir sehen bei der Erklärung der schwer erklär- und benennbaren – für viele nicht nachvollziehbaren – Entwicklung in der Kommunikation von der Benennung neuer Götter ab. Aufgeklärt wie wir sind, werden wir für die Entwicklungen und Wandlungen der Zeit keinen Gottstatus ausrufen.
Nach den Zeitaltern der Maschinen und der Systeme begeben sich die Menschen mit großer Sehnsucht in das Zeitalter der Kreativität. In diesem Zeitalter wendet sich der Mensch, Ihr Kunde, mehr und mehr vom Produkt ab und konzentriert sich auf die kreative Optimierung seiner selbst und seiner Netzwerke. Gesundheit, Glück, Nachhaltigkeit, Empathie, Spiritualität – einst Werte in den Randbereichen des Produktkonsums, werden jetzt zum Zentrum des Denkens und Handelns, dem sich der Produktkonsum zu unterwerfen hat.
Ein solches Leben braucht viel Information und eine sehr gute Vernetzung mit Gleichgesinnten, um die persönlichen Interessen nach aussen stärken und kreativ auf die Systeme Einfluss nehmen zu können, damit diese keine dumme Massenware mehr liefern. Sie erinnern sich? Der kreative Kunde, der seinen Platz in der gesamten Wertschöpfungskette einnimmt.
In diesem Szenario ist das, was wir heute als Social Media erleben, eine zarte Pflanze, deren endgültige Größe und deren Pracht oder Hässlichkeit noch niemandem wirklich klar ist und klar sein kann. Versuchen wir uns diesen Ungewissheiten dennoch mal zu nähern.
Was treibt uns Menschen? Es geht eigentlich immer darum, Mehrheiten zu bilden. Um zu überleben, um wichtig zu sein, um berühmt zu werden, um Einfluss zu bekommen, um etwas bewegen oder stoppen zu können – um individuell schöpferisch zu sein. Selbst die, die all dem entsagen, sind eine Mehrheit, die sich sucht und findet. Jeder hat sein “Vereinsheim”, in das er sich sehnt.
Als Student Zuckerberg vor 5 Jahren in Harvard eine Kommunikationsplattform für die Studenten entwickelte, trieb ihn auch nur der Wunsch, Mehrheiten zu schaffen. Dieses Buch der Gesichter ist heute hunderte Millionen Gesichter groß. Vermutlich entsteht gerade jetzt irgendwo auf der Welt die nächste Generation sozialer Netzwerke, die Milliarden Menschen vereinen wird.
Und weil sich alle in diesen Systemen wohl fühlen, wird es keine Kraft geben, die sie bremsen wird. Die Intellektuellen lieben die Netzwerke ebenso wie die Dummen, die Jungen und die Alten sind gleichermassen fasziniert. Für fast alle Menschen auf dieser Welt wird der Traum vom Fliegen zum zweiten mal wahr. Nur fliegen diesmal die Gedanken und Ideen, die Erinnerungen und Prophezeihungen, das Größte und die kleinste Kleinigkeit, selbst “Vereinsheime” fliegen – völlig grenzenlos.
Wie kann man dem begegnen, um sich der Kraft, die unbestritten ist, zu bedienen?
Man braucht Ressourcen, eigene oder externe, die eine Art “Kommunikations-Instinktivismus” ihr eigen nennen. Ressourcen, die sich in einer Strategie, die unbestritten mit klar formulierten Zielen existieren muss, entlang archaischer und instinktiver Dynamiken der Netzwerke bewegen können, diese aus sich selbst heraus verstehen und dirigieren, indem sie Faszination wecken und Belohnung geben, Themen für Mehrheiten fühlen und etablieren, wo das Netzwerk dies erwartet, respektive erwarten soll.
Die Strategie für die Integration sozialer Netzwerke kann in bestehende Kommunikationsstrategien vergleichsweise leicht eingebunden werden. In der Durchführung braucht es völlig andere Systeme und anderes Denken und Handeln, als in den geübten Kanälen. Die Menschen, die diese Kommunikationskanäle bespielen, müssen generalistisch denken und handeln können, um eine Schnittstelle mit ausreichender Breite in Richtung Netzwerk darzustellen. Die Macher müssen kommunikationsstark in dem Sinne sein, dass sie instinktiv auf jeden Kontakt – und sei der im ersten Moment noch so themen- und artfremd – im Sinne des Ziels reagieren können, ohne dies vordergründig sichtbar und fühlbar zu tun.
Manager sind gefragt, sich tief in diese Entwicklung mit allen Konsequenzen eindenken und entsprechend führen zu können. Denn jeder Akteur in der professionell genutzten Social Media Welt braucht eine sichere und nachhaltige Unterstützung. Es sind Freiheitsgrade wichtig, die nur von oben gegeben werden können. Social Media Akteure müssen Faszination fühlen, um diese weitergeben zu können. Nicht erst nach langem Nachdenken, sondern in jeder Sekunde des Tages in Sekunden abrufbar. Es werden Kommunikationseigenschaften relevant, die sehr intuitiv und instinktivistisch sein müssen.
Lassen Sie Instinktivisten auf die Menschen los, um Mehrheiten für Sie zu schaffen, digitale “Vereinsheime” der neuen Zeit und der Zukunft für Sie zu errichten.
Ja, das klingt pathetisch, hat auch etwas Beschwörendes. Heute und hier kann eine so klare Position Fans und Feinde provozieren. Aber das Risiko geht man immer ein, wenn man klare Worte nutzt.
Sie müssen für sich, das Jahr 2010 und die Zukunft, nicht alles in der Trilogie vorgetragene gedanklich mittragen und in Ihrem Business morgen direkt umsetzen. Aber entscheiden Sie ab jetzt vor dem Hintergrund dieser grundlegenden Veränderungen, um im Moment der sich einstellenden Erkenntnis – wenn der Wettbewerb Sie überholt – nicht zu viele Hürden aufgebaut zu haben, die Ihren Erfolg dann zu sehr verzögern und Ihr Unternehmen in eine Krise rutschen lassen. Sie glauben nicht an diesen Grad der Auswirkungen? Es gibt schon heute Branchen, in denen große Marken untergehen, weil sie die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben. Medien gehen unter, Versandhändler gehen unter, Marken brechen ein. Warum? Weil die Kraft der Entwicklung in den letzten Jahre deutlich unterschätzt wurde, weil die Veränderung nicht in der ganzen Tiefe und Breite berücksichtigt wurden, sondern nur so, als handele es sich um einen Trend in einem sonst unverändert funktionierenden Markt.
Haben Sie die Gedanken der Trilogie “Erfolgskultur 2010″ aufgenommen und angenommen? Haben Sie die Notwendigkeiten für Veränderung erkannt und gefühlt, dass es hier nicht um eine Verlängerung alter Themen, sondern um völlig neue Themen geht? Dann können Sie sich dennoch nicht in Erkenntnis ruhend zurücklehnen.
Denn schon jetzt steht die nächste grundlegende Veränderung bevor. Die völlige Mobilisierung von Social Media. Alle Teilnehmer des Netzwerks werden mobil. Das verändert die Erwartungshaltung an die kommunizierenden Unternehmen, das intensiviert den Kommunikations-Instinktivismus im Dialog, weil der noch situativer wird. Die Dimension, “Inhalt, Zeit, Empfänger”, wird durch die Dimensionen “Raum, Zeit, Empfänger” zusätzlich weiter kompliziert. Kompliziert ist das falsche Wort. In den Möglichkeiten der Nutzung und Wirkung erheblich erweitert.
Niemand hat Ihnen versprochen, dass es einfach werden würde. Niemand sollte Ihnen versprechen, man könne das nebenbei machen. Niemand darf Ihnen versprechen, dass sich eigentlich nicht viel ändert. Und wenn doch, dann sind Sie jetzt ja gut informiert und auf der Hut.
Erfolgskultur 2010: Oh Gott? Oder oh ja?
Kremer und Konsorten bieten “Erfolgskulturgespräche Zwanzigzehn” an, in denen wir mit Ihnen zusammen prüfen, wie erfolgswirksam Veränderungen in der Strategie und in der Kommunikation jetzt individuell in Ihrem Unternehmen sind.
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