Trilogie “Erfolgskultur Zwanzigzehn” (Teil 2 von 3)

Was bisher geschah, lesen Sie hier.

Der Mensch richtet sein soziales Handeln nach zwei Elementarinstinkten (Richerson und Boyd 2005) aus. Dem Familieninstinkt, der ihn drängt, sich um die Familie zu kümmern. Und dem Gemeinschaftsinstinkt, der ihn drängt, sich mit Gruppen zu identifizieren, zu kooperieren und für die Gruppenmitglieder einzustehen. Einer Gruppe beizutreten ist für den Menschen deshalb keine Trend-Tat. Gruppenzugehörigkeit zu dokumentieren ist dem Menschen eine befohlene Lust.

Das “Vereinsheim” (Sport, Kirche, Kultur, Hobby, Neigung etc.) ist heute aber nicht mehr in Stein gemeißelt. Das Social Web ist das “Vereinsheim” – ist viele “Vereinsheime” (1.

Der Mensch – das Inividuum – drängt also instinktiv in die Möglichkeiten, die das Social Web ihm bietet, sich zu gruppieren. Die Gesellschaft verändert sich “natürlich” in Richtung Social Web-Gesellschaft. Und das Internet bietet diesem Drängen unendlich viel Raum mit optimalen klimatischen Bedingungen. Wie reagiert man jetzt als Unternehmen auf diese Entwicklung.

Hängen Sie an einen oder mehrere Räume Ihr Firmenschild, stellen Sie Wegweiser auf, damit Gesellschaft und Mensch – Ihre Kunden – Sie entdecken oder suchend finden können. Schaffen Sie Platz zum Reden und Zusammensitzen, tischen Sie reichlich auf und kümmern Sie sich um Ihre Gäste. Geben Sie Ihren Gästen etwas, damit diese sich als Gruppe zu erkennen geben können.

Schreibt man es so auf, klingt es zu banal, als dass es etwas beschreiben könnte, was Sie bewegen sollte. Aber genau das ist Social Web, so funktioniert Social Media, so grundsolide ist die “Erfolgskultur 2010″.

Übersetzen wir das mal aus der Vereinsheimmetapher in die Unternehmensrealität. Haben Ihre Kunden einen wirklich eigenen Raum, in dem sie sich treffen können? Man kann diese Räume in der Unternehmenswebsite eröffnen. Aber denken Sie an die Vereinsheimmetapher. Der Raum alleine genügt nicht. Sie müssen Symbole aufhängen, Identifikationsmerkmale schaffen, Themen erörtern und auftischen. Das hat natürlich zur Folge, dass direkt neben Ihrem Selbstbild nun ein vom Kunden geschaffenes Fremdbild Ihres Unternehmens entsteht. Das kann einem Angst machen. Besonders wenn man weiß, dass das Selbstbild sehr optimiert ist. Das kann aber auch Mut machen, weil man so sehr schnell ein stimmiges Bild im Abgleich von Selbst- und Fremdbild erzeugen kann. Das schafft höchste Identifikationswerte. Damit nicht genug Positives. Sie sitzen auch mit am Tisch. Denn geredet wird über Unternehmen und Marken sowieso. In der Realität und natürlich auch im Internet. Wenn Sie aber nicht den Raum dafür geben, gibt ihn jemand anderes. Wissen Sie, ob der Ihnen wohl gesonnen ist?

Damit Sie weiterhin Marke sein können, die fasziniert, die Vorgaben macht, denen man fasziniert folgen möchte, die das Klima im Raum definiert, müssen Sie die Symbole liefern, hinter denen man sich sammeln kann. Was früher die Stecknadel am Revers war, ist heute das richtige Posting bei den “Vereinsmitgliedern” im “Vereinsheim” im Internet. Wie genau diese Symbole auszusehen haben, ist zu differenziert, als das man das hier aufzählen könnte. Wie man sie verleihen sollte, kann man grundsätzlich eingrenzen. Machen Sie vor, was andere nachahmen können, denn der Mensch neigt in der Masse dazu, das zu tun, was seine Bezugsgruppe tut. Machen Sie Einzelne stark, damit der Rest denen folgen kann. Denn das sind die beiden Nachahmungseffekte (Richerson und Boyd, 2005), auf die man sicher bauen kann.

Soll das alles wirklich direkt auf Ihrer Internetseite in der guten digitalen Stube stattfinden? Sie haben Zweifel an der “Erfolgskultur 2010″, wenn Sie Ihnen zu nahe kommt?

Dann gehen Sie um die Ecke, bringen Sie etwas Raum zwischen sich und das “Vereinsheim” und eröffnen Sie dies in anderen Räumen. Beginnen Sie in den Räumen der üblichen Verdächtigen, wie facebook, twitter und youtube. Dort erfahren Sie auch zuerst, wenn neue Räume sich bilden, in denen man präsent sein sollte.

So wie sie auch keine halbe Anzeige schalten, keinen halben Katalog versenden oder einen halben Spot senden können, kann man hier auch nicht ein halbes Engagement eingehen. Klein kann man anfangen, aber es muss immer den Grundanforderungen in der Dramaturgie und der Qualität entsprechen. Durch automatische oder halbautomatische Vernetzung der so geschaffenen “Vereinsheime” legen Sie intelligente Spuren zu ihren digitalen und realen Markenräumen. Verbindungen, die man mal intensivieren, aber auch mal reduzieren kann, wenn die Situation dies notwendig erscheinen lassen könnte. In der Realität ist das unwahrscheinlich, aber es ist eine Option, die den Schritt in die “Erfolgskultur 2010″ für manchen erleichtert.

Ist die “Erfolgskultur 2010″ denn eine rein digitale?

Das kann so sein, muss aber nicht. Sie können auch Grundstücke kaufen, “Vereinsheime” bauen lassen und diese mit Personal bestücken. Wegweiser herstellen und aufbauen lassen… Alles eine Frage des Portemonaies.

Nein, die Kultur des Erfolges ist natürlich keine rein digitale. Sie muss ihren Ursprung in der Realität haben und auch dort wieder enden. Organigramme ändern sich, wir hatten das schon im ersten Teil der Trilogie erläutert, Gesprächskultur muss im schlechtesten Fall entstehen, im besten, optimiert werden. Um nur die grundlegenden Themen zu erwähnen.

Die “Erfolgskultur 2010″ kann nur dann Erfolg sicher generieren, wenn diese mit allen realen, klasssischen Kommunikationskanälen, wirklich allen, vernetzt wird. Erst die intensive Vernetzung schafft es nämlich, das das virtuell Inszenierte Erdung bekommt, wahrhaftig wird. Denn von dem Moment, indem Virtualität an sich schon wahrhaftig ist, sind wir noch ein Stück entfernt.

Um in den Metaphern bodenständig zu bleiben, lassen Sie uns noch diese reale Erdung beispielhaft erwähnen.

Früher hingen in vielen Unternehmen so genannte “Kummerkästen”. Man warf einen Kommentar dort ein, der Mitteilungsdruck war abgebaut, und in 99% der Fälle endete die Kommunikation mit dem so schon sanfter gestimmten Kunden genau hier. Überall, wo der Kasten nur als Alibi hing, war er nach kurzer Zeit verweist. Das falsche Fazit lautete dann: “Unsere Kunden wollen gar nicht mit uns reden und haben keine Probleme mit uns!” Jetzt müssen Sie sicher lächeln, wie ich, als ich diese Worte schrieb. Es ist so banal und dennoch sind es genau diese Fehler, die jetzt auch wieder gemacht werden.

Hängen Sie den Kasten wieder auf, nennen Sie ihn “facebox” und machen Sie diese Themen, auf Wunsch anonym, zum Thema in Ihren “Vereinsheimen”. Sie erzeugen Transparenz, damit Vertrauen und Sie dürfen gespannt sein, wie Ihnen dies belohnt werden wird. Reichlich!

Man muss demnach nicht immer nur technisch denken und handeln. Man muss naheliegend denken und handeln. Menschennah. Diese Nähe braucht dann in seinen Ausdrucksformen ein zeitgerechtes, digitales Ventil. Die “Erfolgskultur 2010″ ist demnach keine intellektuelle Hochkultur, sondern eine Kultur menschlicher Grundbedürfnisse, die in der Realität zur digitalen Aufführung kommen.

Jede Empfehlung braucht heute einen 3- , 6-, 10-, oder 12-Punkte-Plan. Eine Executive Summary, eine simplifizierte Erfolgsanleitung. Bitte. Jetzt kommen die 6 wichtigsten Punkte für den Erfolg der ebenso benannten Kultur.

1. Konsequenz

2. Konsequenz

3. Konsequenz

4. Transparenz

5. Tramsparenz

6. Transparenz

Die menschlichen Grundbedürfnisse sind es auch, die die weitere Entwicklung dieser Kultur in diesem und im nächsten Jahr vor sich her treiben werden. Wann und wo wird man wie kommunizieren wollen. Wo wünschen sich die Menschen ihr “Vereinsheim”. Wie kann man in dieser Entwicklung dafür Sorge tragen, dass keine Übersättigung eintritt? Wann ist der beste Zeitpunkt für die Einführung der “Erfolgskultur?

Im dritten Teil der Trilogie “Erfolgskultur 2010″ werden wir sagen, wo es lang und hin geht.

Hier geht es zum dritten Teil.

vereinsheim

1) Gibt man bei Google “Vereinsheim” ein, bekommt man über eine halbe Million Ergebnisse. Klickt man auf “Bilder” sieht man 1000 Ergebnisse und jedes ist ein liebevoller, lustvoller, romantischer Blick auf oder in ein “Vereinsheim”! Sie sind hässlich wie die Nacht und werden dennoch geliebt und verteidigt.

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