Medien und Medienjournalisten kommen mir oft vor, wie die kleinen Jungs, die sich in einem bestimmten Alter immer so gerne „in die Eier hauen”. Keiner hat eine Idee, warum er das tut, es schmerzt auch zuweilen und doch scheint es ein frühmännlicher Hochgenuss zu sein. Es ist ein „Job”, der einfach gemacht werden muss.
Wenn man sich täglich und (fast) ausschließlich miteinander beschäftigt, wie die Medienjournalisten und die Medien, kommt irgendwann Langeweile auf. Dieser Langeweile begegnet man mit Erhöhung der zu verabreichenden Dosis. So wie bei den kleinen Jungs die Schläge fester werden, werden die Worte bei den großen härter. Manchmal gibt es Angebote für Frieden, die werden aber genutzt, um noch mal unerwartet zuschlagen zu können. Oder mit der weißen Fahne in der Hand schnell selbst einen Schlag setzen zu können.
Beide Seiten sollten sich regelmäßig mal mit anderen Gesprächspartnern und Themen beschäftigen, um entspannter, unverkrampfter und konstruktiver werden zu können. Da sitzen erwachsene Männer im Kinderkarussell auf hoppelnden, bunten Pferden, reiten sich ständig nach und wundern sich, dass man den Abstand weder verringern noch vergrößern kann.
In den Kommentaren finden sich, wie auch bei den Protagonisten, leider auch nicht viele, die sich dem „Eierhauen” und dem Husarenritt auf dem Kinderkarussell kreativ entziehen. Wollen oder können?
Eventuell will man ja auch gar nicht wirklich Neues hören und sehen, weil man dann die argumentative und operative Komfortzone verlassen müsste. Sich auf neue Argumente und neues Handeln einlassen müsste.
Es wird vermutlich noch so manches blaue Ei geben und etliche Euros im Kinderkarussell versenkt werden – oder…
Darüber sollten wir mal reden!
(Als Beitrag zum Artikel “aussichtslos-selbstmoerderisch-unverschaemt” im Blog von Stefan Niggemeier verfasst.
Uns interessiert, wie Sie darüber denken!