Konsortenwort zum Montag: Wer ist eigentlich der Dienstag

Kein Mensch spricht über den Dienstag. Niemand.

Der Montag wird beweint, der Mittwoch zeigt an, dass sich die Wochenwippe Richtung Wochenende neigt. Obwohl nach DIN 1355, nach der die Woche am Montag beginnt, der Donnerstag die Mitte der Woche ist.

Der Donnerstag kommt gewaltig mit Thor grollend im Hintergrund und ist Dreh- und Angelpunkt christlicher Feiertage. So gibt es den Gründonnerstag, Christi Himmelfahrt, der zweite Donnerstag vor Pfingsten, Fronleichnam, der zweite Donnerstag nach Pfingsten und es gab in den 80ern das legendäre Fernsehformat “Schaufenster am Donnerstag”. Auch göttlich, aber göttlich schräg.

Den Freitag muss man lieben, weil er im Namen trägt, was viele sich von der Woche erhoffen – endlich wieder frei zu haben. Frei von Schlechtem ist er aber nicht, denn er trägt in Kombination mit dem 13. Unmengen menschlichen Aberglaubens mit sich herum. Seinen Namen verdankt er in den verschiedenen Sprachräumen aber durchweg holden Göttinnen – Freya, Frigg und Venus.

Der Samstag bedarf keiner Erläuterung. Er steht für den Saturn, den mächtigsten Planeten in den Wochentagen und ist randvoll mit Aktivität. Als Teil des Wochenendes spricht man ständig über den Samstag, den ganz gemütliche Geister noch Sonnabend nennen. So hieß dieser Tag auch offiziell in der DDR.

Der Sonntag ist ein wöchentlicher christlicher Feiertag. Doch feiern darf man eben auch nur christlich. Sonst gibt sich der Sonntag eher die Ruhe feiernd, die in ganz Europa auch sonntäglich reguliert ist. Doch ist es der immer größere Druck, die Maschinen auslasten zu müssen, die den Menschen ersetzen, der die feierliche Ruhe bröckeln lässt. Denn Maschinen brauchen keinen Gottesdienst und keine Atempause auf einer grünen Wiese.

Schon wieder wurde nicht über den Dienstag gesprochen.

Aber es gibt einen berühmten Dienstag. Den “schwarzen Dienstag” von 1929, der aber auch nur die Folge des schwarzen Freitags war, der weit berühmter wurde. Wollen wir über den Beginn der Wirtschaftskrise nachdenken, der die Amerikaner und die Welt anhielt und der Boden war für den zweiten Weltkrieg. Nein. Schweigen wir also weiter über den Dienstag.

wochenheptagrammdienstag

Jedem Wochentag ist ein astrologisches Symbol, dem lateinischen Wortstamm entsprechend, zugeordnet – der Dienstag trägt das Symbol des Mars und des Mannes. Das wissen die Männer nicht, sonst wäre der Dienstag wichtiger

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Kommentar(e)

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4 Responses to Konsortenwort zum Montag: Wer ist eigentlich der Dienstag

  1. Jörg Kremer says:

    Wer sich noch nie vor einem Montag geekelt hat und sich jede Woche wundert, wie kurz eine Woche sein kann, der mag sie alle und braucht sie alle. Die satten Tage. Willkommen unter Gleichgesinnten.

  2. Ines Arntz says:

    Jene Tage werden einfach überbewertet. Ich mag sie alle, besonders die vollen und satten!

  3. Jörg Kremer says:

    Das Lesen der Vogue hat demnach nicht nur eine dekorative Seite, sondern auch noch eine informative. Bisher habe ich sie nur für die dekorative Seite begeistert verfolgt. Dann für Morgen viel Spaß!

  4. michler says:

    mein Lieblingstag der Woche ist der Dienstag. da ist der nächste Montag am weitesten!
    Ina Müller in der Vouge

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