Neuromarketing ist nur ein Hammer

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Werbungtreibende nehmen das Thema Neuromarketing häufig erst wahr und ernst, wenn Sie Kenntnis von der um das Neuromarketing geführten Ethik-Diskussion erlangen. Denn wenn man vor der Wirkung warnt, muss die Wirkung groß sein.

Neuromarketing ist ein relativ junges, interdisziplinäres Forschungsgebiet, in dem neuro-physiologische und psychologische Erkenntnisse  zur Optimierung des Marketings interpretiert werden. Ziel des Neuromarketings ist es, die Prozesse und Zustände des Affekts und die Kognition in Konsumentenhirnen besser zu verstehen und zusätzliche Erkenntnisse darüber zu erlangen, welche wahren Bedürfnisse und Wünsche Konsumenten haben und wie man diese höchst effektiv ansprechen kann. Eine ganz wichtige Rolle spielen dabei bildgebende Instrumente, mit denen man heute sehr präzise erkennen kann, welche Hirnregionen wann und wie auf bestimmte Stimuli reagieren. Dies in dem Moment der Stimulation, aber auch in dem Moment, in dem Konsumenten sich an einen Stimulus erinnern.

Das Wissen um diese Vorgänge könnte dazu führen, dass Werbung so gezielt sein könnte, dass beinahe irrwitzige Milliardensummen in der Weltwirtschaft frei würden. Das Weltwirtschaftssystem würde sich nachhaltig verändern. Damit befasst sich eine weitere junge Disziplin. Die Neuroökonomik.

Neuromarketing-Wissen könnte aber auch dazu führen, dass völlig unsinnige oder gar gefährliche Produkte so kommuniziert werden, dass diese beinahe zwanghaft gekauft würden. Den erfolgreichen Verkauf von schlechten gesellschaftlichen oder politischen Ideen möchte man sich an dieser Stelle gar nicht erst ausmahlen.

Alles Gute kann sich zur falschen Zeit in den falschen Händen eben auch zu Schlechtem wandeln. Es würde aber niemand auf die Idee kommen, den Hammer zu verbieten, den es milliardenfach auf der Welt gibt, weil es immer mal wieder Menschen gibt, die damit nicht auf Nägel, sondern auf Köpfe schlagen.

Neuromarketing ist ein neuer Hammer. Nicht mehr und nicht weniger als ein neues, sinnvolles Werkzeug in den Händen der Kommunikationshandwerker. Man fragt sich allerdings, warum dieses Werkzeug nur in relativ wenigen Werkzeugkisten zu finden ist.

Die Ethik Diskussion zwischen Segen und Übel des Neuromarketings wird immer intensiver geführt, was für die junge Disziplin die größte Bestätigung darstellt. Hat man die Möglichkeiten des Neuromarketings mit der Diskussion doch anerkannt.

Es wird Zeit zum Hammer zu greifen. Und wenn Sie den noch nicht in Ihrem Werkzeugkasten haben, greifen sie doch mal in unseren.

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