Es gibt den Oben-, Unten-, Bewegt- und Nichtraucher.
Der Obenraucher winkelt seinen Arm in der Ellbeuge, bringt so die Zigarette wie einen stinkenden Schlot seines arbeitenden Körpers, direkt neben seinem Kopf in Position. Das sind gesellige Raucher. Wo immer sie sind, zeigen sie sich mit einer in sanften Wellen aufsteigenden Dunstfahne und sind so leichtes Ziel gleich gesinnter Fahnenträger. Man stelle sich das Mikroklima in des Kopfes Nähe einmal mit der Nase vor. Gar im Gespräch zweier Obenraucher. Eine von Sucht und Marlbororomantik befreite Sichtweise, kann das nur absonderlich finden.
Der Untenraucher, der mit hängendem Arm raucht, die Zigarette möglichst noch nach innen in die hohle Faust glühen und qualmen lässt, ist der nur scheinbar ästhetischere Raucher. Man stelle sich die Oberflächen vor, die vom Rauch gestriffen werden. Der Dunst umnebelt die gesamte Hand, schlängelt sich, den Arm umspielend, seinen Geruch zurück lassend, nach oben, umhüllt den Oberkörper, um dann am Kopf seine Duftspur zu hinterlassen. Was optisch zurückhaltender wirkt, das Untenrauchen, drängt sich mit hell- bis mittelgelber Spur der Nase um so intensiver auf.
Bewegtraucher sind die Artisten und Altruisten unter den Rauchern. Die Zigarette ist Teil jeder Geste, tanzt mit der sich ständig bewegenden Hand, einem Glühwurm gleich, durch den so gleichmäßig benebelten Raum. Er gibt gerne ab. Wirkung und Odeur. Er lässt uns teilhaben am Geruch, den er für sich gewählt hat. Danke.
Der Nichtraucher ist der subversivste aller Raucher. Er gibt vor es nicht zu tun, spart so immense Investitionen in Tabak, nimmt aber mit, was er mitnehmen kann. Geruch und neblige Optik. Er sucht förmlich den Kontakt zum Raucher, biedert sich mit Gesprächen, Freundschaft, ganzen Lebenspartnerschaften an, um Nichtraucher bleiben zu können, ohne auf das Flair eines vollen Aschenbechers vom Vortag mit der Duft- und Nebelnote des noch glühenden Jetzttages, verzichten zu müssen.
Nichtraucher sind die widerlichsten Raucher.
(DIN A4 Gedanken sind Wortübungen rund um ein Wort, eine Beobachtung, einen flüchtigen Gedanken, eine erlebte Zumutung oder ein überragendes Ereigniss. Manchmal auch nur Ventil für ein zu reges Gehirn. Nie real. Und wenn doch, dann dramatisch überhöht. Bei 12 Punkt Schriftgröße und einem 1.5-fachen Zeilenabstand maximal eine DIN A4 Seite lang. Sinnlos. Und das ist der Sinn.)
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