Ich bin kein intimer Kenner der Printmedien aus der Innensicht. Aber von außen kenne ich viele und das sehr intim.
Mit zu vielen Titeln mit zu wenig relevantem Inhalt kann das Medium nicht gegen das mittlerweile erwachsen gewordene Internet gewinnen. Im Internet bekommt man Flat-Kost zum Flat-Tarif. Da ist die Erwartung dann auch nur Flat. Und wenn es mehr ist, freut man sich und nimmt das gerne an und mit. Bei Papier zahlt man für jeden einzelnen Titel. Und oft auch nicht gerade wenig. Da erwartet man einfach mehr. Die Zeit, die man in dieses Medium investiert, ist auch länger. Es gibt das erste schnelle Durchblättern, dann das erste schnelle Lesen und zum Schluss das Eintauchen in die Tiefen der interessantesten Texte. Wenn es die gibt.
Liefert das Printmedium nicht genug Tiefe für diesen dritten und intensivsten Teil der Hingabe an das Medium, wird Print austauschbar. Beim Thema Schnelligkeit gewinnt immer das Internet. DasPapier war lange genug geduldig und hat sich mit tausenden Versuchen, die Zeit anzuhalten und weitermachen zu können wie bisher – nur schlechter und billiger – versauen lassen.
Jetzt ist das Papier ungeduldig, wartet auf Inhalte, die das Papier wieder wert sind. Liebe Verlage, denkt mal über den Papierrand hinaus, um das Papier und seine Bedeutung in der Medienlandschaft – wichtiger noch, im Leben der Menschen – zu verstehen. Rochiert nicht immer die gleichen Verdächtigen durch die Verlagspositionen und nutzt nicht immer die selben Verdächtigen, wenn Ihr Rat einkaufen wollt und müsst. Sonst verweigert sich das Papier irgendwann völlig dieser Nutzung, die ich und so viele andere Menschen so lieben.
Ihr müsst das Papier mit all seinen Fähigkeiten wieder lieben, ehren und schätzen, dann gibt es auch zurück und zwar reichlich.
jesse!
bist du momentan schreibewütig!
und wie recht du mit den printmedien hast!
gruss